• Der Wachtturm 2013
  • „Bittet unablässig, und es wird euch gegeben werden“

WIE MAN GOTT NÄHERKOMMT

„Bittet unablässig, und es wird euch gegeben werden“

„Herr, lehre uns beten“ (Lukas 11:1). Diese Bitte richtete ein Jünger an Jesus. Daraufhin führte Jesus zwei Vergleiche an, die zeigen, wie wir beten sollten, damit wir von Gott erhört werden. Wer sich je gefragt hat, ob Gott seine Gebete erhört, den wird Jesu Antwort in Lukas 11:5-13 interessieren.

Im ersten Vergleich steht der Betende im Mittelpunkt (Lukas 11:5-8). Jesus erzählt von einem Mann, der spät nachts Besuch bekommt und seinem Gast nichts vorzusetzen hat. Der Mann ist in einer peinlichen Lage. Obwohl es schon spät ist, geht er zu einem Freund, um sich Brot zu leihen. Der Freund möchte erst nicht aufstehen, weil seine Familie bei ihm ist und alle tief schlafen. Der Bittsteller lässt sich allerdings nicht abwimmeln, sondern bekniet seinen Freund so lange, bis er aufsteht und ihm etwas gibt.*

Was sagt uns diese Geschichte über das Gebet? Jesus zeigt damit, dass wir beharrlich sein müssen — wir müssen fortwährend bitten, suchen und anklopfen (Lukas 11:9, 10). Wollte er andeuten, dass wir beim Beten sozusagen bei einem Gott anklopfen, der die Tür nur zögerlich öffnet? Nein. Anders als der Freund in der Geschichte ist Gott gern bereit, auf angebrachte Bitten einzugehen, wenn sie im Glauben geäußert werden. Ob wir so einen Glauben haben, ist an unserer Beharrlichkeit zu erkennen. Durch wiederholtes Bitten zeigen wir Gott, dass wir etwas tatsächlich brauchen und wirklich glauben, dass er es uns gewähren kann, sofern es sein Wille ist (Markus 11:24; 1. Johannes 5:14).

Der zweite Vergleich lenkt die Aufmerksamkeit auf den „Hörer des Gebets“, Jehova (Psalm 65:2). Jesus stellt die Frage: „Welcher Vater unter euch wird, wenn ihn sein Sohn um einen Fisch bittet, ihm statt eines Fisches wohl eine Schlange reichen? Oder wenn er auch um ein Ei bittet, wird er ihm einen Skorpion reichen?“ Die Antwort ist klar: Ein Vater, der seine Kinder liebt, wird ihnen nie etwas geben, was ihnen schadet. Jesus überträgt dann diesen Vergleich: Wenn unvollkommene Väter ihren Kindern „gute Gaben“ geben, „wie viel mehr wird der Vater im Himmel“ seinen Kindern auf der Erde das beste Geschenk überhaupt geben, nämlich „heiligen Geist“ (Lukas 11:11-13; Matthäus 7:11).*

Was sagt uns diese Veranschaulichung über Jehova, den „Hörer des Gebets“? Jesus legt uns nahe, Jehova als einen fürsorglichen Vater zu sehen, der sehr gern auf die Bedürfnisse seiner Kinder eingeht. Diener Jehovas können also jederzeit mit ihren Herzenswünschen zu ihm kommen. Und da sie wissen, dass Gott nur das Beste für sie im Sinn hat, akzeptieren sie seine Antwort auf ihre Bitten gern — auch wenn sie anders ausfällt als erwartet.*

Vorschlag für das Bibellesen im April

[Fußnoten]

In dieser Veranschaulichung spiegeln sich Sitten und Gebräuche der damaligen Zeit wider. Die Juden sahen Gastfreundschaft als heilige Pflicht an. Da Brot nur für den jeweiligen Tag gebacken wurde, war es keine Seltenheit, dass man sich etwas borgte, wenn man nichts mehr hatte. War die Familie arm, schliefen außerdem alle in einem Raum auf dem Boden.

Jesus führt Vergleichselemente öfter mit „wie viel mehr“ ein. Er schlägt also den Bogen von etwas Geringerem zu etwas Größerem. Ein Bibelkommentator schreibt dazu: „Die Überlegung ist: ‚Wenn A zutrifft, wie viel mehr dann B.‘ “

In dem Buch Was lehrt die Bibel wirklich? (herausgegeben von Jehovas Zeugen) wird in Kapitel 17 ausführlich erklärt, wie man richtig betet, damit man von Gott erhört wird.

[Herausgestellter Text auf Seite 11]

Gott ist gern bereit, auf angebrachte Bitten einzugehen, wenn sie im Glauben geäußert werden