Leserbriefe
Warum Mißbildungen?
Ich habe gerade Ihren Artikel gelesen „Warum kommen manche Kinder mit Mißbildungen zur Welt?“ Ich bin selbst Vater eines behinderten Kindes, und ich kann Ihnen versichern, daß es nicht leicht ist, ein solches Kind aufzuziehen, aber der Segen und die Freude, sogar zu sehen, wie sich bei dem Kind die Selbstachtung entwickelt, machen alles wieder wett. Bitte zeigen Sie weiterhin Mitgefühl mit den Behinderten.
B. & J. B., Kalifornien, USA
Als Mutter eines schwerbehinderten Kindes muß ich Eltern widersprechen, die verzweifelt nach einem Strohhalm greifen und versuchen, aus einem Unglück ein „Glück“ zu machen. Ein Zahnarzt sagte einmal über meinen kleinen Jungen: „Aus einem Unglück erwächst manchmal ein Segen.“ Ich antwortete lediglich: „Nichts kann einem ein normales Kind ersetzen.“ Er weiß, daß ich mein Kind liebe, aber seine Behinderung empfinde ich keineswegs als einen Segen.
Eine Mutter
In Ihrem Artikel „Warum kommen manche Kinder mit Mißbildungen zur Welt?“ verwenden Sie zweimal das Wort „mongoloid“. Der Ausdruck Mongolismus bzw. mongoloid ist nicht richtig. Richtig ist die Bezeichnung „Down-Syndrom“. Dr. Langdon Down beschrieb vor etwa 100 Jahren als erster dieses Syndrom, daher der Name. Wegen der schwach an die Mongolen erinnernden Gesichtsbildung solcher Kinder sprach man früher von „Mongolismus“. Es ist jedoch nicht richtig, diese Krankheit mit den Asiaten in Verbindung zu bringen, denn der Ausdruck könnte sie verletzen. Es gilt als herabwürdigend, wenn man von einem Kind sagt, es sei „mongoloid“.
J. H., Kalifornien, USA
Vielen Dank für Ihren Brief. Die fraglichen Wörter sind jedoch auch nach den neuesten Wörterbüchern akzeptabel. (Siehe den neuesten „Webster“ [und „Meyers Konversationslexikon“].) Es ist uns indessen klar, daß sich die Einstellung gegenüber gewissen Ausdrücken im Laufe der Jahre ändert; und wir sind bestrebt, auf die Empfindungen anderer Rücksicht zu nehmen. Wenn es möglich ist, verwenden wir Ausdrücke, die verständlich sind und die Empfindungen anderer nicht verletzen. Personen, die der Auffassung sind, daß Ausdrücke, die sich auf bestimmte Behinderungen beziehen, nicht angebracht sind, mögen die Erfahrung machen, daß es viele Jahre dauert, bis die Sprache sich ihrer Ansicht anpaßt und Wörter, die sie für anstößig halten, als veraltet gelten. Bis es soweit ist, mag es ihnen eine große Hilfe sein, wenn sie die Einstellung des Sprechers oder des Schreibers berücksichtigen. Denn meistens verrät sie Respekt und Hilfsbereitschaft (Red.).
Leserbriefe
Ich schätze die Seite „Leserbriefe“ sehr. Sie ist ein Beweis dafür, daß Sie unparteiisch und ehrlich berichten — sogar scharfe Kritik an gewissen Artikeln veröffentlichen Sie.
A. N., England
Uns gefällt die Seite „Leserbriefe“. Daß Sie auch wenig schmeichelhafte Briefe abdrucken, verrät Ihre „liberale Gesinnung“.
C. & I. A., New York, USA
Ich finde Ihre Zeitschrift fesselnd. Was Sie schreiben, ist immer sehr objektiv. Ich bewundere Ihre entschiedene, ehrliche und unnachgiebige Haltung in religiösen und sittlichen Fragen. Machen Sie so weiter!
O. L., Kanada