Wenn der ‘Baum verdorrt ist’
ALS Jesus Christus zur Hinrichtung geführt wurde, schlugen sich Frauen und wehklagten. Jesus wandte sich an sie mit den Worten: „Hört auf, über mich, zu weinen. Weint im Gegenteil über euch und über eure Kinder, denn siehe! Tage kommen, an denen man sagen wird: ,Glücklich sind die unfruchtbaren Frauen und die Schöße, die nicht geboren, und die Brüste, die nicht genährt haben!‘ Dann wird man anfangen, zu den Bergen zu sagen: ,Fallet über uns!‘ und zu den Hügeln: ,Bedecket uns!‘ Denn wenn man diese Dinge tut, während der Baum saftig ist, was wird geschehen, wenn er verdorrt ist?“ (Luk. 23:27-31).
Das von Jesus vorhergesagte schreckliche Unheil kam über Jerusalem als die Stadt von den römischen Heeren belagert wurde. Damals war der ,Baum‘, der die jüdische Nation darstellte, trocken, die Nation war von Gott völlig verworfen, und es gab in ihrer Mitte nicht einmal einen gläubigen Überrest. Der Umstand, daß, Jesus Christus ungerechterweise hingerichtet wurde, als noch, Saft in dem ,Baum‘ vorhanden war, deutete darauf hin, daß die Situation noch viel schlimmer sein würde, wenn der ‚jüdische Baum‘ vollkommen verdorrt wäre. So war es auch. Während die römischen Heere im Jahre 70 u. Z. ihr Lager um Jerusalem aufgeschlagen hatten, kam es innerhalb der Stadt durch Splittergruppen zu terroristischen Anschlägen, Gewalttaten und zu Blutvergießen; Anlaß dazu waren oft nur Speisereste. Juden, die das Christentum angenommen hatten, entgingen diesem Unheil, denn sie hatten das Gebot ihres Meisters, in die Berge zu fliehen, befolgt und die Stadt Jerusalem ihrem schrecklichen Geschick überlassen (Luk. 21:20, 21).