30. NOVEMBER–6. DEZEMBER 2026
LIED 22 Dein Königreich regiert – es komme!
Wehr dich gegen den „Geist der Welt“
„Alles in der Welt … kommt nicht vom Vater“ (1. JOH. 2:16).
FOKUS
Drei Gefahrenquellen und wie wir uns schützen können.
1. Wie setzt Satan den Geist der Welt ein? (1. Johannes 2:15, 16).
WIR leben in einer Welt, die vom Teufel regiert wird (Joh. 14:30; 1. Joh. 5:19). Er konzentriert sich auf seinen Kampf gegen Jesu Nachfolger (Offb. 12:12, 13, 17). Dafür muss er aber nicht überall zur gleichen Zeit sein. Tatsächlich deutet nichts in der Bibel darauf hin, dass irgendein Engel – ob gut oder böse – dazu in der Lage ist. Allerdings hat Satan viele böse Engel auf seiner Seite (Offb. 12:9). Und der Geist der Welt, den er verbreitet, ist überall. Die meisten Menschen lassen sich bewusst oder unbewusst davon beeinflussen. (Lies 1. Johannes 2:15, 16.) Selbst wenn sie nicht an einen Teufel glauben, tun sie ihm einen Gefallen, sobald sie sich von diesem Geist mitreißen lassen. Deshalb sagt die Bibel, dass er „sie lebendig gefangen hält, damit sie seinen Willen ausführen“ (2. Tim. 2:26).
2-3. (a) Wie unterscheiden sich Jehovas Diener von Menschen, die sich vom „Geist der Welt“ beeinflussen lassen? (b) Welche Gefahr muss uns bewusst sein?
2 Viele von uns haben ihr Leben früher vom Geist der Welt bestimmen lassen. Aber wie war unsere Reaktion, als wir erfahren haben, was das für ein Geist ist und wer dahintersteckt? Wir haben den Rat der Bibel befolgt, „Gottlosigkeit und weltliche Wünsche von uns zu weisen“ (Tit. 2:11, 12). Dass wir das trotz des Einflusses und der Macht des Teufels geschafft haben, zeigt, wie viel uns daran liegt, auf Jehovas Seite zu stehen (Jak. 4:7, 8). Ganz sicher freut sich Jehova sehr darüber, wie entschlossen sich seine Anbeter gegen den Geist der Welt wehren!
3 Trotzdem müssen wir uns einer Gefahr bewusst sein. Wegen unserer sündigen Natur kann die Welt anziehend auf uns wirken – oft ohne dass wir das wirklich merken. Das hat dazu geführt, dass sich einige, die schon einen harten Glaubenskampf geführt hatten, später doch vom Geist der Welt anstecken ließen (Eph. 6:11; Phil. 3:18). Dieser Artikel zeigt uns, wie wir das verhindern können. Sehen wir uns aber zuerst an, was mit dem Ausdruck „Geist der Welt“ gemeint ist (1. Kor. 2:12).
WAS IST DER „GEIST DER WELT“?
4. Was ist der „Geist der Welt“, und wie wirkt er sich aus?
4 Der Ausdruck „Geist der Welt“ beschreibt die Denk- und Handlungsweise von Menschen, die keine Freunde Gottes sind. Oft gehört dazu ein Hang zum Egoismus und nicht selten Gleichgültigkeit gegenüber Jehovas Moralmaßstäben. Viele Menschen entschuldigen Verhaltensweisen, die Gott nicht gutheißt. Sie richten sich „nach dem Willen der anderen Völker“, nicht nach dem Willen des Schöpfers (1. Pet. 4:3).
5. Warum lässt sich der Geist der Welt mit Luft vergleichen? (Epheser 2:1, 2). (Siehe auch das Bild.)
5 Der Geist der Welt ist ein wirksames Mittel Satans, durch das er „die ganze bewohnte Erde in die Irre führt“ (Offb. 12:9). Paulus bezeichnet diesen Geist auch als „die Luft“. (Lies Epheser 2:1, 2.) Wirklich ein passender Vergleich! Wie schadstoffbelastete Luft ist der Geist der Welt gefährlich, und gleichzeitig kann es leicht passieren, dass man ihn einatmet. Wie bereits erwähnt, ist er überall. Sehen wir uns jetzt an, wie uns der Geist der Welt ganz unmerklich beeinflussen könnte und wie wir uns dagegen wehren können.
Es kann schnell passieren, dass man den Geist der Welt einatmet (Siehe Absatz 5)
ACHTE DARAUF, WIE DU REDEST
6. Welche Wirkung hat der Geist der Welt darauf, wie Menschen reden?
6 Die Bibel hat für die „letzten Tage“ vorausgesagt, dass die Menschen „angeberisch und überheblich“ sein würden sowie „nicht kompromissbereit“ (2. Tim. 3:1-3). Das zeigt sich oft an der Art, wie sie reden. Die Medien berichten immer wieder von Streitigkeiten, die in Gewalt ausarten. In vielen Familien fallen boshafte, verletzende Worte. Und sowohl von Erwachsenen als auch von Kindern hört man obszöne Ausdrücke (Eph. 5:3, 4). All das spiegelt den Geist der Welt wider.
7. Wie könnten wir unsere Art zu reden überprüfen?
7 Als Christen ist es uns wichtig, dass unsere Sprache vorbildlich ist – ob wir mit jemandem persönlich oder digital kommunizieren (Jak. 1:26, 27). Fragen wir uns doch einmal: Verfalle ich in eine schlechte Sprache, wenn ich mich provoziert fühle? Vielleicht wenn mein Gegenüber nicht weiß, dass ich ein Zeuge Jehovas bin? Neige ich in Gesprächen mit meinen Brüdern und Schwestern dazu, negativ, zynisch oder sarkastisch zu sein? Ist mein Umgangston in der Familie eher grob? Wie würden sie meine Art zu reden beurteilen?
8. Wie können wir eine schlechte Sprache ablegen? (Kolosser 3:8-10).
8 Was, wenn wir feststellen, dass unsere Art zu reden vom Geist der Welt gefärbt ist? Dann müssen wir mehr ändern als nur unsere Sprache. Denken wir an Jesu Worte: „Was … aus dem Mund herauskommt, kommt aus dem Herzen, und das verunreinigt einen Menschen“ (Mat. 15:18). Wie Jesus hier deutlich macht, lässt unsere Art zu reden in der Regel erkennen, wie es in unserem Inneren aussieht. Deshalb nennt die Bibel „Beschimpfung“ in einem Atemzug mit negativen Emotionen wie Wut, Zorn und bösartiger Verbitterung (Eph. 4:31). Wenn dir bewusst wird, dass du auf diesem Gebiet aktiv werden musst, bitte Jehova um Hilfe dabei, weiter an der „neuen Persönlichkeit“ zu arbeiten. (Lies Kolosser 3:8-10.) Du könntest dir auch Artikel in unseren Publikationen zu diesem Thema heraussuchen. Nimm dir fest vor, dein Denken und deine Sprache nicht vom Geist der Welt vergiften zu lassen (Eph. 4:29).
HALTE AN JEHOVAS MASSSTÄBEN FEST
9. Wie zeigt sich der Geist der Welt noch?
9 Der Geist der Welt zeigt sich auch darin, dass viele Menschen die Moralmaßstäbe Jehovas völlig ignorieren. Abtreibung, ein homosexueller Lebensstil und vorehelicher Sex werden heute akzeptiert oder sogar aktiv gefördert (Jes. 5:20). Wenn wir nicht aufpassen, könnte der Geist der Welt uns dazu bringen, dass wir das Schlechte immer weniger hassen (2. Kor. 11:3). Vielleicht empfinden wir die Ansichten der Welt irgendwann als fortschrittlich, und die Maßstäbe der Bibel kommen uns überholt vor. Lassen wir uns nicht täuschen. Was sich Jehova von uns wünscht, ist immer gut für uns. Seine Wege sind erhabener als die Wege des Menschen – unabhängig davon, wie viele Jahrtausende vergehen (Jes. 48:17, 18; 55:9).
10. Wie können wir unsere Einstellung zu Dingen, die Jehova hasst, überprüfen?
10 Wer Jehova gefallen möchte, muss das hassen, was er hasst (Ps. 97:10). Fragen wir uns doch einmal: Habe ich das Gefühl, dass mich Jehovas Moralmaßstäbe daran hindern, so zu leben, wie ich eigentlich möchte? Zeigt die Wahl meiner Unterhaltung, dass ich mich von Dingen angezogen fühle, die Jehova verurteilt? Wäre es mir am liebsten, wenn er seine Maßstäbe so ändern würde, dass es zu meinen Wünschen passt?
11. Wie können wir lernen, das zu hassen, was Jehova hasst?
11 Was, wenn du dich zu etwas hingezogen fühlst, das Jehova hasst? Denk nicht, du könntest es nicht schaffen, nach seinen Maßstäben zu leben. Alle unvollkommenen Menschen fühlen sich manchmal zur Sünde hingezogen (Ps. 51:5; 103:14). Trotzdem kannst du dich dafür entscheiden, verkehrten Wünschen nicht nachzugeben, also nicht das zu tun, was „die sündige Natur“ will (Eph. 2:3). Lass außerdem nicht zu, dass deine Gedanken um verkehrte Wünsche kreisen. Wenn so ein Wunsch in dir aufkommt, dann lenk deine Augen und deine Gedanken sofort von dem weg, was Jehova hasst (1. Mo. 39:9, 12). Und denk daran, wie sehr eine schlechte Entscheidung deiner Freundschaft zu Jehova und zu anderen schaden könnte. Sei entschlossen, es nicht so weit kommen zu lassen (Eph. 5:5). Mit Jehovas Hilfe kannst du einen Hass auf das Schlechte entwickeln.
SCHÜTZE DICH VOR ONLINE-GEFAHREN
12. Wie zeigt sich der Geist der Welt im Internet?
12 Die meisten von uns nutzen das Internet im Alltag und für Glaubensaktivitäten. Allerdings ist dort auch der Geist der Welt sehr präsent. Zum Beispiel haben Erwachsene und Kinder leicht Zugriff auf Pornografie. Besonders unter jungen Leuten ist Sexting weitverbreitet, also das Versenden von Fotos, Videos und Textnachrichten mit explizit sexuellem Inhalt. Außerdem findet man im Netz jede Menge Propaganda, die die Realität verzerrt darstellt. Und auf Social Media posten Leute die Highlights aus ihrem Leben. Diese Bilder, Kommentare und Kurzvideos könnten uns das Gefühl geben, dass wir mehr Freizeit und Reisen brauchen, selbst auf Kosten unseres Glaubenslebens (Heb. 10:24, 25).
13. Welchen Selbstcheck zum Thema Internet könnten wir machen?
13 Bei allem, was wir online tun, sollten wir darauf achten, wie viel Zeit es uns kostet und wie es uns beeinflusst. Wir könnten uns fragen: Wie viel Zeit verbringe ich mit ziellosem Scrollen? (Eph. 5:15, 16). Welchen Inhalten setze ich mich aus? Wie schnell reagiere ich, wenn ich auf etwas stoße, das nicht in Ordnung ist? (Ps. 119:37). Schenke ich dem, was ich lese, schnell Glauben? Oder stelle ich sicher, dass es sich um Fakten handelt? (Spr. 14:15).
14. Wie können wir Online-Gefahren aus dem Weg gehen?
14 Wie kannst du dich vor diesen Einflüssen schützen? Begrenze deine Online-Zeit, und achte darauf, dass du dir nichts Unpassendes ansiehst. Eltern sollten gut hinschauen, wie ihre Kinder Social Media nutzen (Eph. 6:4). Etlichen Experten zufolge neigen Jugendliche, die viel Zeit mit Social Media verbringen, eher zu Einsamkeit, Ängsten und depressiven Verstimmungen. Mit dem Rat aus Gottes Wort kannst du Online-Gefahren aus dem Weg gehen.
DU KANNST ES SCHAFFEN!
15. Was zeigt dir das Beispiel von Gloria? (Siehe auch das Bild.)
15 Was, wenn du feststellst, dass der Geist der Welt auf dich abgefärbt hat? Du kannst etwas dagegen tun. Sehen wir uns dazu das Beispiel von Gloriaa an. Sie hatte die Wahrheit in jungen Jahren kennengelernt, ließ sich dann aber von dem Wunsch nach Geld und Berühmtheit anstecken. Gloria erzählt: „Ich wollte reich werden. Das hat dazu geführt, dass ich immer weniger Zusammenkünfte besucht hab. Es dauerte nicht lange und ich wollte keine Zeugin Jehovas mehr sein.“ Irgendwann wurde ihr klar, dass ihre Ziele vom Geist der Welt bestimmt worden waren. Was hat sie gemacht? Sie sagt: „Ich hab wieder mehr studiert und gebetet, und ich hab den Umgang mit Leuten abgebrochen, die keine Freunde Jehovas sind. Jetzt bin ich wirklich reich. Und ich bin froh, dass nicht mehr Satans Welt, sondern Jehova mein Leben beeinflusst.“
Wie kannst du dich vor dem Geist der Welt schützen? (Siehe Absatz 15)
16. Was kann man aus den Erlebnissen von Robert lernen?
16 Interessant ist auch, was Robert erlebt hat. Durch den schlechten Einfluss von Mitschülern und die Wahl seiner Unterhaltung fing er an, zu rauchen, zu trinken und einen homosexuellen Lebensstil zu führen. Er sagt: „Ich hatte das Gefühl, frei zu sein, weil ich gemacht hab, was ich wollte.“ Doch mit der Zeit wurde Robert klar, dass er alles andere als frei war – in Wirklichkeit war er ein Sklave der Welt geworden (2. Pet. 2:19). Was hat er unternommen? Robert erzählt: „Ich hab mir Freunde gesucht, die Jehova lieben. Und ich hab etwas an der Art geändert, wie ich mich gebe, wie ich mich anziehe und style und wie ich rede.“ Wie geht es ihm heute? Er sagt: „Ich wach jeden Morgen mit einem guten Gefühl auf – ganz anders als früher. Das ist so ein Geschenk!“
17. Was gibt dir die Sicherheit, dass du dem Geist der Welt widerstehen kannst? (1. Johannes 4:4).
17 Dieser Artikel hat uns daran erinnert, uns gegen den Geist der Welt zu wehren. Wir wollen auf unsere Art zu reden achten, an Jehovas Maßstäben festhalten und uns vor Online-Gefahren schützen. Der Geist der Welt übt zwar großen Einfluss aus, aber gib nicht auf. Du kannst dich dagegen wehren. Schließlich ist Jehova viel mächtiger als Satan und seine Welt. (Lies 1. Johannes 4:4.) Und Jehova wird dir seinen heiligen Geist geben – die stärkste Kraft im Universum –, damit du dem Einfluss der Welt widerstehen kannst (Luk. 11:13). Nehmen wir uns fest vor, uns „immer vom Geist [Gottes] leiten“ zu lassen und uns gegen den Geist der Welt zu wehren (Gal. 5:16).
LIED 124 Wahre Liebe ist loyal
a Namen wurden geändert.