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  • Edom
    Einsichten über die Heilige Schrift, Band 1
    • Es sind bisher keine schriftlichen Berichte gefunden worden, die von Edomitern selbst stammen. Doch ist in weltlichen Aufzeichnungen anderer Nationen von den Edomitern die Rede. Ein ägyptischer Papyrus, der aus dem 2. Jahrtausend v. u. Z. datieren soll, erwähnt edomitische Beduinenstämme, die auf der Suche nach Weideland für ihr Vieh ins Nildelta kamen. Pharao Merenptah und Pharao Ramses III. behaupteten, über Edom zu herrschen, ebenso der assyrische Monarch Adad-Nerari III. Einige Zeit nach der Regentschaft dieses assyrischen Königs prahlte Tiglath-Pileser III. (ein Zeitgenosse von Ahas), Tribut von „Qaušmalaka von Edom“ zu erhalten, wohingegen Asarhaddon (Esar-Haddon), der Nachfolger Sanheribs, „Qaušgabri“ als edomitischen Vasallenkönig aufführt (Altorientalische Texte zum Alten Testament, herausgegeben von H. Greßmann, Berlin und Leipzig 1926, S. 348, 357).

      Edom in der Prophetie. Schon während der Herrschaft König Usijas verkündeten die Propheten Joel und Amos Jehovas unwiderrufliches Urteil über Edom, das in seinem unerbittlichen Zorn gegen Israel erbarmungslos vom Schwert Gebrauch gemacht hatte (Am 1:6, 11, 12). Wegen seiner feindseligen Haltung gegenüber Jehovas Bundesvolk hatte es das Recht auf das Land, das ihm von Gott zugesagt worden war, verwirkt (Joel 3:19; Am 9:11, 12). Die Edomiter besiegelten ihren Untergang, als die Babylonier im Jahr 607 v. u. Z. Juda und Jerusalem eroberten. Ihr Hass zeigte sich deutlich darin, dass sie die Verwüster Jerusalems noch antrieben (Ps 137:7) und sich über das Unglück Judas freuten. Sie gingen in ihrer Feindschaft und Rachsucht sogar so weit, dass sie judäische Flüchtlinge den Babyloniern auslieferten, damit diese sie töteten. Zusammen mit anderen Nachbarvölkern plünderten sie das Land und beabsichtigten, die verlassenen Gebiete Judas und Israels in Besitz zu nehmen. Auch führten sie große Reden gegen Jehova. Darum gebot Jehova seinen Propheten Jeremia, Hesekiel und Obadja, Edom mitzuteilen, dass seine Freude nur von kurzer Dauer sein und es ihm ebenso ergehen werde wie Juda (Klg 4:21, 22; Hes 25:12-14; 35:1-15; 36:3-5; Ob 1-16). Nach der Vorhersage des Propheten Jesaja sollten die kriegerischen Edomiter alle – die Großen und die Kleinen – wie todgeweihte Opfertiere Jehovas Schwert des Gerichts und der Urteilsvollstreckung verfallen (Jes 34:5-8).

      Edom sollte wie Sodom und Gomorra für immer eine unbewohnte Stätte werden (Jer 49:7-22; vgl. Jes 34:9-15). Edom verdiente es, von Jehova gehasst zu werden, und wurde deshalb „das Gebiet der Bosheit“ und „das Volk, das Jehova bis auf unabsehbare Zeit öffentlich verurteilt hat“, genannt (Mal 1:1-5). Edom versinnbildlichte daher die hartnäckigen Feinde des Bundesvolkes Gottes. In Jesaja 63:1-6 wird von dem in blutbefleckte Kleider gehüllten göttlichen Krieger, der die Kelter der Rache Gottes getreten hatte, treffend gesagt, er komme aus Edom (was „Rot“ bedeutet) und aus Edoms berühmter Stadt Bozra (es könnte sich hierbei um ein Wortspiel mit dem hebräischen Ausdruck bazír handeln, der „Weinlese“ bedeutet). (Vgl. Off 14:14-20; 19:11-16.)

      Spätere Geschichte Edoms und sein Ende. Der König von Edom wurde durch Jehovas Propheten Jeremia ermahnt, seinen Hals unter das Joch Nebukadnezars, des Königs von Babylon, zu bringen (Jer 27:1-7). Wie die Edomiter diesbezüglich tatsächlich handelten, wird nicht berichtet. Nach der Zerstörung Jerusalems 607 v. u. Z. fanden allerdings einige judäische Exilierte vorübergehend Zuflucht in Edom. Nach dem Abzug der babylonischen Truppen kehrten diese Flüchtlinge dann in ihr Land zurück und flohen schließlich nach Ägypten (Jer 40:11, 12; 43:5-7). Bald darauf war es so weit, dass Edom den Becher des Zornes Jehovas in tiefen Zügen trinken musste (Jer 25:15-17, 21). Das geschah etwa um die Mitte des 6. Jahrhunderts v. u. Z. unter dem babylonischen König Nabonid. Wie C. J. Gadd, ein Gelehrter der babylonischen Geschichte und Literatur, erklärt, gehörten zu den Truppen Nabonids, die Edom und Tema eroberten, jüdische Soldaten. John Lindsay kommentierte dies wie folgt: „Somit erfüllten sich die Worte des Propheten zumindest teilweise, wenn er schrieb, dass Jahwe sagte: ‚Ich will meine Rache über Edom durch die Hand meines Volkes Israel bringen‘ (Hesek. 25.14). Die Worte Obadjas erfüllten sich ebenfalls teilweise, der erklärte, dass die ‚Verbündeten‘, ‚Bundesgenossen‘ und ‚vertrauten Freunde‘ der Edomiter sie ‚betrügen‘, die ‚Oberhand über sie gewinnen‘ und ‚eine Falle unter sie legen‘ würden. An dieser Stelle erkennt man eine Verbindung zu den Babyloniern, die in den Tagen Nebukadrezars den Edomitern zwar gestatteten, aus Judas Untergang Gewinn zu schlagen, aber unter Nabonid ein für alle Mal dem ehrgeizigen Streben Edoms auf wirtschaftlichem Gebiet Einhalt geboten (vgl. Obad. 1 und 7)“ (Palestine Exploration Quarterly, London 1976, S. 39).

      Das Buch Maleachi, das rund 100 Jahre nach dem Feldzug Nabonids gegen Edom verfasst wurde, berichtet, dass Gott bereits Edoms „Berge zu einer wüsten Einöde und sein Erbe für die Schakale der Wildnis“ gemacht habe (Mal 1:3). Die Edomiter hätten die Hoffnung, zurückzukehren und ihre verwüsteten Orte aufzubauen, was ihnen aber nicht gelingen würde (Mal 1:4).

      Im 4. Jahrhundert v. u. Z. hatten sich die Nabatäer in edomitischem Gebiet niedergelassen, und den Edomitern gelang es nie mehr, zurückzukehren. Stattdessen wohnten die Edomiter im Negeb, s. von Juda. Sie zogen Richtung N bis nach Hebron, und schließlich wurde der s. Teil Judas unter dem Namen Idumäa bekannt. Gemäß Josephus unterwarf Johannes Hyrkanus I. sie zwischen den Jahren 130 und 120 v. u. Z. und zwang sie, die jüdische Religion anzunehmen (Jüdische Altertümer, 13. Buch, Kap. 9, Abs. 1; 15. Buch, Kap. 7, Abs. 9). Danach gingen sie allmählich in der jüdischen Nation auf, und nach der Zerstörung Jerusalems durch die Römer im Jahr 70 u. Z. hörten sie als Volk auf zu bestehen (Ob 10, 18; siehe IDUMÄA).

  • Edrei
    Einsichten über die Heilige Schrift, Band 1
    • EDREI

      (Ẹdreï).

      1. Eine Königsstadt Ogs, des Königs von Baschan (Jos 12:4; 13:12). Nachdem die israelitischen Streitkräfte unter der Führung Mose Sihon, den Amoriter, besiegt hatten, ‘zogen sie hinauf’, d. h., sie zogen nordwärts, bis sie auf Ogs Streitmacht stießen. Daraufhin kam es zur „Schlacht von Edrei“, allem Anschein nach an der S-Grenze Baschans. Obgleich Og einer der Letzten der riesenhaften Rephaim war und wahrscheinlich ein ausgezeichnetes Heer befehligte, vernichteten die Israeliten, denen Jehova geboten hatte, furchtlos zu sein, Og, seine Söhne sowie sein Volk und nahmen von seinem Land Besitz (4Mo 21:33-35; 5Mo 3:1-10). Später wurde die Stadt dem Stamm Manasse als Teil seines Erbes zugeteilt (Jos 13:31). Edrei wird gewöhnlich mit der heutigen Stadt Derʽa identifiziert, die rund 50 km osö. des S-Endes des Galiläischen Meeres in der Nähe des Jarmuk-Flusses liegt. Man hat u. a. Teile der Ruinen einer unterirdischen Stadt freigelegt, die unterhalb der an der Erdoberfläche befindlichen Stadt in den Felsen gehauen war.

      2. Eine befestigte Stadt Naphtalis (Jos 19:32, 35, 37). Sie ist mit dem heutigen Tell Kureibe, etwa 7 km nnw. von Hazor, in Verbindung gebracht worden.

  • Egla
    Einsichten über die Heilige Schrift, Band 1
    • EGLA

      (Ẹgla) [„Junge Kuh“, „Färse“].

      Die Mutter von Jithream, dem sechsten Sohn König Davids, der ihm in Hebron geboren wurde (2Sa 3:5; 1Ch 3:3).

  • Eglajim
    Einsichten über die Heilige Schrift, Band 1
    • EGLAJIM

      (Eglạjim).

      Offensichtlich ein Grenzort Moabs, der gemäß Jesaja 15:1, 8 über die Verheerung dieser Nation ‘heulen’ sollte. Die genaue Ortslage ist ungewiss. Doch der Name Eglajim und der ähnlich lautende Name Agallim, den Eusebius (Onomastikon, S. 36, Z. 19-21) auf einen Ort ungefähr 12 km s. von Rabbat-Moab bezieht, könnten in Rudschm el-Dschilime, das in diesem Gebiet liegt, bzw. in Chirbet Dschaldschul erhalten geblieben sein; Letzteres ist ein Ort aus nabatäisch-römischer Zeit, 7 km weiter im S. Yohanan Aharoni vermutet, dass Eglajim mit Mazraʽ identisch ist, einer Oase nö. der Halbinsel Lisan.

  • Eglath-Schelischija
    Einsichten über die Heilige Schrift, Band 1
    • EGLATH-SCHELISCHIJA

      (Ẹglath-Schelischịja) [wahrscheinlich „Drittes Eglath“].

      Ein Begriff, den Jesaja (15:5) und Jeremia (48:34) in ihrem prophetischen Spruch gegen Moab verwenden und der sich offensichtlich auf einen Ort in diesem Land bezieht. Manche sind der Ansicht, es habe drei gleichnamige Ortschaften in derselben Gegend gegeben und die dritte („das dritte Eglath“, ZB) werde hier von den Propheten angesprochen. Die Ortslagen konnten nicht genau identifiziert werden.

      Viele Gelehrte vertreten jedoch die Meinung, der hebräische Ausdruck (ʽeghláth schelischijjáh) solle nicht als Eigenname transliteriert werden. Sie betrachten ihn als symbolischen Begriff und würden ihn mit „dreijährige Färse“ (EB, Fn.) oder „dreijährige Kuh“ (Al; Ar; PB; SB) übersetzen. In diesem Fall hätten die Propheten das besiegte Moab vielleicht mit einer kräftigen, jungen, ausgewachsenen Kuh verglichen, die nur klägliche Angstschreie von sich gibt.

  • Eglon
    Einsichten über die Heilige Schrift, Band 1
    • EGLON

      (Ẹglon) [„Kälbchen“].

      1. Ein Moabiterkönig in der Richterzeit, der Israel 18 Jahre bedrückte, weil es tat, „was böse war in Jehovas Augen“ (Ri 3:12-25). Unter der Führung Eglons griffen die Moabiter, die Ammoniter und die Amalekiter Israel gemeinsam an. Eglons Untergang kam, als der linkshändige Ehud ihm den üblichen Tribut brachte und dann sagte: „Ich habe ein geheimes Wort für dich, o König.“ Eglon saß in seinem kühlen Privatgemach auf dem Flachdach seines Palastes. Nachdem er seine Bediensteten hinausgeschickt hatte, erhob er sich von seinem Thron, um zu hören, was Ehud ihm als „ein Wort von Gott“ zu sagen hatte. Darauf stieß ihm Ehud ein zweischneidiges Schwert in seinen sehr dicken Bauch, sodass ‘auch der Griff nach der Klinge hineinfuhr, und die Fäkalien begannen herauszukommen’. In Clarkes Commentary heißt es zu Richter 3:22: „Entweder erfolgte eine Entleerung des Darmes durch die Wunde, oder der Schrecken und die Angst bewirkten, dass er auf normalem Weg Kot ausschied.“

      2. Eine kanaanitische Königsstadt, deren König sich einer Verschwörung gegen Gibeon anschloss, das mit Josua und Israel Frieden geschlossen hatte. Josua tötete die fünf verbündeten Könige und hängte sie an Stämme; später nahm er Eglon ein und weihte seine Bewohner der Vernichtung (Jos 10:1-5, 22-27, 34, 35; 12:12). Danach wurde Eglon dem Stammesgebiet Judas zugeteilt (Jos 15:39). Man vermutet die ursprüngliche Ortslage in Tell

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