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Fragen von LesernDer Wachtturm 1972 | 1. August
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hätten. Das wäre im Widerspruch mit Gottes Verfahrensweise. Schon bevor das Gesetz gegeben wurde, gab es Personen, die begehrten oder sich des Mordes, des Diebstahls und ähnlicher Dinge schuldig machten. Das Gesetz sollte also nicht die Gesetzlosigkeit unter den Israeliten fördern, sondern ihre Handlungen einschränken. Der Psalmist erklärte: „Das Gesetz Jehovas ist vollkommen, bringt die Seele zurück. Die Mahnung Jehovas ist zuverlässig, macht den Unerfahrenen weise.“ (Ps. 19:7) In welchem Sinne erregte denn das Gesetz sündhafte Leidenschaften und war es ein „Anlaß“ für die Sünde?
Das wird uns klar, wenn wir daran denken, daß der Apostel Paulus sagte: „Ohne Gesetz war die Sünde tot“, das heißt, der Begriff Sünde war nicht näher bestimmt. Man kann nicht einer Sünde beschuldigt werden, die vom Gesetz nicht als Sünde bezeichnet wird. Bevor also das Gesetz kam, hätten Paulus und die Angehörigen seiner Nation nicht wegen einer Sünde verurteilt werden können, die nicht näher bestimmt war. Ohne das Gesetz bestand die Hoffnung auf Leben. Als daher Gottes Gesetz, das Sünden näher bestimmte, zum Erlangen des Lebens eingeführt wurde, starben Paulus und die Angehörigen seines Volkes. Warum? Weil sie als verfluchte, zum Tode verurteilte Sünder gekennzeichnet wurden. Sie mußten feststellen, daß sie größere Sünder waren, als sie sich gedacht hatten. Das Gesetz brachte ihnen ihre Sündhaftigkeit in höherem Maße zum Bewußtsein. Wenn sie sich im Lichte des Gesetzes betrachteten, erkannten sie, daß sie in verschiedenen Punkten Sünder waren. Folglich kamen aufgrund des Gesetzes mehr Sünder zum Vorschein. Das heißt nicht, daß das Gesetz sie zur Sünde angeregt hätte, sondern es stellte sie lediglich als Sünder bloß. Auf diese Weise erhielt die Sünde durch das Gesetz einen Anlaß und führte bei Paulus und seinem Volk zur Sünde. Das Gesetz bildete die Grundlage, auf der mehr Personen als Sünder verurteilt werden konnten und wegen einer weit größeren Zahl von Anklagepunkten.
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