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  • Obadja prophezeit wider Selbsterhöhte
    Der Wachtturm 1950 | 15. Januar
    • Haus wird sein wie Stroh, das angezündet und verzehrt werden muss, bis keine Seele vom Hause Esaus übrig ist.“ — Obad. 18, Moffatt, engl.

      Obadjas Prophezeiung wider Edom erfüllte sich im Kleinen. Der Beweis hierfür ist die Hauptstadt Petra, die angeblich uneinnehmbare Festung, die in einer Felsenkluft eingehauen war. Heute ist sie ein unbewohntes Überbleibsel der fernen Vergangenheit. Das Vorbild-Edom ist für immer ausgerottet worden. Seine Ausrottung begann mit dem Einfall des Heeres Nebukadnezars etwa fünf Jahre nach Jerusalems Sturz. Mehr als hundertfünfzig Jahre später weist Maleachis Prophezeiung auf den Sturz Edoms hin. (Mal. 1:2-5) Schliesslich kam der Untergang, der Edom prophezeit war, so buchstäblich, dass jene Nationalität für immer verlorenging. Nicht nur kündigte Jehova diesen drohenden Untergang durch Obadja an, sondern ungefähr in derselben Zeitperiode liess er noch durch zwei andere Zeugen, durch Jeremia und Hesekiel, Zeugnis geben. — Jer. 49:7-22; Klagel. 4:21, 22; Hes. 35:1-15.

      Die Nachkommen Esaus verloren das Geburtsrecht auf Gottes Königreich, weil Esau ihm so geringen Wert beigemessen hatte. Er dachte eher an seinen eigenen Leib und seine Bequemlichkeit, an ein Linsengericht, als an das Königtum. Die Edomiter folgten danach in den Fussstapfen ihrer Vorfahren, indem sie dem Reiche Gottes keinen Wert beimassen und jenen, die es taten, mit Eifersucht, Neid und Gewalttat begegneten. Stolz und hochmütig erhöhten sie sich selbst und schauten spottend und arrogant auf die Juden herab. Aber Jehova erniedrigte sie zu seiner Zeit. Ebenso wird es denen ergehen, die sich in unserem zwanzigsten Jahrhundert erhöhen, und besonders den arroganten Religionsführern der Christenheit. Gleich den Edomitern hatten sie eine Gelegenheit, für das durch Christus regierte Königreich Jehovas einzutreten, doch wollten sie ihre Person nicht zurückstellen und einfach als Knechte Jahs bekannt sein. Sie begehrten Aufmerksamkeit, Verherrlichung, Titel, Erhöhung; und eifersüchtig stachelten sie die Verfolger der wahren Zeugen Jehovas an. Obwohl sie sich gleich Heiligen und Göttern erhöhen, werden sie so tief erniedrigt werden wie die Edomiter und Satan selbst, wenn sie in Harmagedon in die Gehenna der Vernichtung hinabsinken werden.

  • Kanadische Bezirksversammlungen 1949
    Der Wachtturm 1950 | 15. Januar
    • Kanadische Bezirksversammlungen 1949

      BEZIRKS-Versammlungen bedeuten mehr für Jehovas Zeugen, als nur drei- oder viertägige Zusammenkünfte. Sie bedeuten grosse Anstrengungen, die sich über eine beträchtliche Zeitspanne erstrecken, und sie rufen Wirkungen hervor, die ganz wunderbar sind und zur Förderung des Königreichszeugnisses weit in die Zukunft reichen. Doch bringen die Tage, da die Versammlung tatsächlich stattfindet, auch ein reiches Festmahl von Königreichswahrheiten und Erfahrungen sowie Gemeinschaft mit eifrigen Geschwistern verwandten Sinnes. Die kanadischen Zeugen erfreuten sich all dieser Segnungen, denn es war ein Programm aufgestellt worden, um das Land im Jahre 1949 von Küste zu Küste mit Bezirksversammlungen zu bedienen. Die gewählten Städte — Edmonton, Vancouver, Winnipeg, Toronto und Sydney — waren in solcher Entfernung voneinander, dass sehr lange Reisen mit ihren Beschwerden für die Geschwister vermieden wurden.

      Die erste Versammlung wurde vom 6.-8. Mai in Edmonton abgehalten. Die Bekanntmachung des Vortrages schon löste spannende Erwartung aus. Die Neugierde wurde einen Monat vor der Versammlung geweckt, indem Schilder auf Strassenbahnwagen die inhaltsvolle Aufschrift trugen: „Es ist später als du denkst!“ Das gab Stoff zum Raten, und man hörte viele Bemerkungen darüber. Dann, eine Woche vor dem Eröffnungsdatum, waren Tausende von Flugzetteln, Hunderte von Plakaten, ganze Autoreihen und andere Bekanntmachungsmittel zur Stelle, um das Ereignis, den Ort und die Zeit anzukündigen. „Das nenne ich richtiges Bekanntmachen!“ rief ein Autobus-Chauffeur aus, „Ihr wisst, diese Leute studieren die Bibel, und ich werde hingehen, um diesen Vortrag anzuhören. Wirklich ich glaube: Es ist später als wir denken!“

      Die einzelnen Versammlungen der Zusammenkunft boten eine Menge von Aufschluss, hoben die Notwendigkeit der Theokratischen Erziehung hervor, zeigten die Anwendung im Felddienste, demonstrierten den praktischen Gebrauch und fanden ihren Höhepunkt in interessanten Erfahrungen, die beim Predigen des Evangeliums gemacht wurden. Der Sonntag aber war der grosse Tag, der Höhepunkt der grössten Versammlung, die Jehovas Zeugen in Edmonton je abhielten. Gespannte Aufmerksamkeit herrschte an jenem Nachmittag unter den mehr als 3000 Personen, die dem trefflich gehaltenen öffentlichen Vortrag lauschten, der als ein Signal der Warnung vor der Dringlichkeit der Zeit, in der wir leben, aus Gottes Wort an ihre Ohren tönte. Am Ende der Veranstaltung waren die Geschwister aus Alberta und Nord- und Zentral-Saskatchewan sehr erfreut und gestärkt durch Kanadas erste Bezirksversammlung des Jahres 1949.

      Ein Monat vergeht, und die Szene für die zweite Versammlung wechselt hinüber nach Vancouver an der pazifischen Küste. Dieser gedeihende Seehafen, ein Mittelpunkt der Fischerei- und Holzindustrie, mit seinen entzückenden Gärten, seinen Blumen und dem vielen Grün, war gerade der rechte Ort für die Geschwister von der Westküste, dem volkreichen Frasertal, aus dem Innern von Britisch Columbia und von der ganzen Vancouver-Insel. Als der 3. Juni, der Eröffnungstag, kam, erhielt die Bevölkerung überzeugende Beweise von der Ausbreitung und dem Wachstum des Königreichswerkes in ihrer Mitte. Bestimmt wusste man auch, dass der 5. Juni der Tag war für den Vortrag: „Es ist später als du denkst!“

      Sozusagen jede Form der Königreichsbekanntmachung war benutzt worden: persönliches Einladen mittels Flugzetteln, grosse Schilder auf Autos, Gebäuden und Privatbesitz, Schilder auf Fähren, die die Burrard-Bucht befahren, Tonboote, Tonwagen, Zeitungen, Radio und eine Autoparade, eskortiert von der Polizei auf einer Strecke von 35 Kilometern. Diese nahm anderthalb Stunden in Anspruch, und überall, wo man durchkam, wurde der Verkehr angehalten. Die Frage war nun: Was wird das Ergebnis sein? Wie viele folgen der Einladung? Der Sonntag brachte den krönenden Lohn für all die tatkräftige und mannigfaltige Bekanntmachung, denn am öffentlichen Vortrag waren 5836 zugegen! Das bedeutet, dass etwa 3000 der Anwesenden Fremde waren. An der Versammlung zu Vancouver wurden 104 getauft.

      Hinter uns lagen nun die lieblichen blauen Wasser des kühlen Pazifiks, während wir ostwärts durch die majestätischen, überwältigenden und stets wechselnden Szenerien der Rockies reisten, dann über die Hügelreihen am Fuss der Berge und hinab zu den weiten Prärien, ja noch weiter, bis wir Winnipeg, Manitoba, erreichten, welches als „Das Tor zum Westen Kanadas“ bekannt ist. Dort fand vom 17.-19. Juni Kanadas dritte Bezirksversammlung des Jahres statt und bediente Jehovas Zeugen aus den Städten und ausgedehnten Getreideländern von Süd-Saskatchewan und Manitoba, ferner aus dem nordwestlichen Ontario.

      Es war bemerkenswert, welchen Erfolg der Aufruf für Quartiere gezeitigt hatte. Es wurde nämlich nicht nötig, von Tür zu Tür auf die Zimmersuche zu gehen. Wie

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