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Fragen von LesernDer Wachtturm 1969 | 15. Juni
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Nach dem mosaischen Gesetz durfte ein hingerichteter Verbrecher nicht die ganze Nacht am Hinrichtungspfahl hängen gelassen werden, sondern mußte noch am selben Tag begraben werden, damit das Land nicht durch die Mißachtung des Gesetzes Gottes verunreinigt wurde. (5. Mose 21:22, 23) Wenn Jesus und die Verbrecher am Stamm noch lange gelebt hätten, dann hätten sie, da es bereits spätnachmittags war, beim Anbruch des Sabbats, der bei Sonnenuntergang begann, noch am Stamm gehangen. Um dies zu verhüten, baten die Juden, daß man allen dreien die Beine breche.
Dr. Jacques Bréhant, ein französischer Forscher, sagte, wie die Zeitschrift Medical World News vom 21. Oktober 1966 berichtete, über den Grund, warum dies getan wurde, folgendes: „Das crurifragium, das Brechen der Beine des Gekreuzigten, bewirkte, daß er sich nicht mehr aufrichten konnte, um zu atmen. ... Die Juden baten, man möge die Beine aller drei Verurteilten brechen und sie alle drei abnehmen. Die Soldaten brachen darauf die Beine der Diebe. Als sie aber zu Jesus kamen, konnten sie sehen, daß er bereits tot war.“ Dr. Bréhant führte zwei mögliche Gründe an, warum Jesus schon tot war: 1. „Die Diebe waren möglicherweise festgebunden, nicht mit Nägeln befestigt.“ 2. „Christus war zufolge der vorausgegangenen Mißhandlung sehr geschwächt.“
Wäre Jesus noch am Leben gewesen, dann hätten die Soldaten ihm ebenfalls die Beine gebrochen. Wir lesen indes: „Als sie [die Soldaten] aber zu Jesus kamen und sahen, daß er schon tot war, brachen sie ihm die Beine nicht. Einer der Soldaten jedoch stieß mit einem Speer in seine Seite, und sogleich kam Blut und Wasser heraus.“ — Joh. 19:33, 34.
Der Bericht des Johannes ist also eindeutig. Die erwähnte Frage mag durch den Text in Matthäus 27:49, 50 entstanden sein. Dort heißt es: „Die übrigen aber sprachen: ‚Laßt ihn sein! Wir wollen sehen, ob Elia kommt, um ihn zu retten.‘ Ein anderer nahm einen Speer und durchstach seine Seite, und es kam Blut und Wasser heraus. Nochmals schrie Jesus mit lauter Stimme und gab seinen Odem auf.“ Die Schwierigkeit entsteht durch den Satz in Kursivschrift; man könnte daraus schließen, Jesus habe noch gelebt, als er durchstochen wurde.
In vielen Bibelübersetzungen, unter anderem auch in der in Französisch, Englisch und Deutsch erschienenen Jerusalemer Bibel, in den spanischen Übersetzungen Moderna, Valera und Nácar-Colunga und in den meisten deutschen Übersetzungen, erscheint dieser Satz nicht. In anderen Übersetzungen sind diese Worte eingeklammert, oder es erscheint dazu eine erklärende Fußnote. Zum Beispiel in der Originalausgabe der Neuen-Welt-Übersetzung (englisch) wird in einer Fußnote erklärt, daß einige bedeutende Handschriften, wie der Codex Sinaiticus und der Codex Vaticanus (Nr. 1209), diesen Satz enthalten, andere dagegen nicht. Viele Gelehrte sind der Meinung, ein Abschreiber habe die zu Johannes 19:34 gehörenden Worte versehentlich bei Matthäus 27:49 eingefügt.
Der Neuen-Welt-Übersetzung der Christlichen Griechischen Schriften liegt hauptsächlich der führende Text von Westcott und Hort zugrunde. In diesem führenden Text erscheint der fragliche Satz in Matthäus 27:49, aber in doppelten Klammern. In einer Erklärung dazu heißt es, der Satz sei „sehr wahrscheinlich von Schriftgelehrten eingefügt worden“. Vielleicht erhalten wir in der Zukunft noch weitere handschriftliche Beweise über Matthäus 27:49.
Aus Johannes 19:31-37 geht jedenfalls deutlich hervor, daß Jesus bereits tot war, als er durchstochen wurde. Der Bericht im Matthäusevangelium muß somit in diesem Sinne aufgefaßt werden. Matthäus berichtet nicht genau, wann die Seite Jesu durchstochen wurde; er erwähnt dieses Geschehen lediglich als eines der Geschehen in Verbindung mit der Hinrichtung Jesu am Pfahl. Aus dem Bericht des Johannes geht dagegen deutlich die Zeit hervor. Wir sollten daher den Bericht des Matthäus unter Berücksichtigung dessen, was Johannes schrieb, zu verstehen suchen. Dann besteht in Wirklichkeit kein Widerspruch.
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BekanntmachungenDer Wachtturm 1969 | 15. Juni
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Bekanntmachungen
PREDIGTDIENST
„Was immer ein Mensch sät, das wird er auch ernten.“ (Gal. 6:7) Das ist ein unabänderliches Naturgesetz. Was unser Leben betrifft, so kommt es nicht nur auf das an, was wir säen, sondern auch darauf, warum wir säen. Wir können zwar guten „Samen“ haben, können aber aus falschen Beweggründen säen. Das kann die Saat verderben und zur Folge haben, daß wir schlechte Früchte ernten. Gesundheit, Kraft, Zeit, die Fähigkeit, zu reden, zu hören und zu lesen, usw. — all das kann zum Guten oder Schlechten ausgewertet werden, so, daß es der selbstsüchtigen Befriedigung des Fleisches dient, oder so, daß es unseren Glauben und den Glauben anderer stärkt. Jehovas Zeugen bemühen sich, durch ihr Säen den Glauben anderer zu stärken. Darum bieten sie im Juni den Menschen bei ihrer Predigttätigkeit die Neue-Welt-Übersetzung der Christlichen Griechischen Schriften zusammen mit einer bibelerklärenden Broschüre gegen einen Beitrag von 2,50 DM an (Österreich 15 öS; Luxemburg 25 lfrs).
„WACHTTURM“-STUDIEN FÜR DIE WOCHE VOM
6. Juli: Was beeinflußt dich bei deinen Entscheidungen? Seite 360. Lieder: Nr. 3, 84.
13. Juli: Deinen Entschlüssen entsprechend leben. Seite 366. Lieder: Nr. 11, 55.
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