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Fragen, die dich beunruhigen — Was solltest du tun?Der Wachtturm 1972 | 15. November
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angebracht, tiefer nachzudenken. Denke an die Möglichkeit, daß es mehr als eine Erfüllung geben mag. Oft stärkt es unseren Glauben sehr, wenn wir lesen, daß Gott eine Prophezeiung in alter Zeit an seinem Volk erfüllte. Noch sicherer ist für uns die Gewißheit, daß er die größere Erfüllung an seinem Volk heute durchführen kann und wird.
Auch sollte man, wenn man über die Anwendung eines Schrifttextes im ungewissen ist, den Zusammenhang dieser Schriftstelle betrachten und sich fragen: „Handelt es sich hier lediglich um eine Anwendung des in dem Schrifttext enthaltenen Grundsatzes, der über die Anwendung nach dem unmittelbaren Zusammenhang hinausgeht?“
Doch wie steht es mit veränderten Ansichten, zu denen es gelegentlich kommen mag? Dieser Punkt wird im nächsten Artikel behandelt.
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Gott bringt das Denken seines Volkes zurechtDer Wachtturm 1972 | 15. November
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Gott bringt das Denken seines Volkes zurecht
JEHOVA ist unfehlbar, und er ist der große Lehrer und Führer seines Volkes. (Ps. 143:10) Sein Volk ist fehlbar, und in keinem Punkt versteht es alles. Gott führt die Glieder seines Volkes schrittweise, so daß die Wahrheit immer heller wird und sie in immer vollerem Maße Gottes Herrlichkeit widerstrahlen und immer mehr in sein Bild umgewandelt werden. (2. Kor. 3:18) Sie lernen ihn immer näher kennen. Ihre Bedürfnisse werden völlig befriedigt, indem alles für ihr geistiges Wohlergehen beschafft wird. (Phil. 4:19) Ein solcher Fortschritt hat Änderungen, ein Zurechtbringen ihres Denkens, zur Folge.
Einige haben jedoch etwas gegen veränderte Ansichten, Änderungen im Verständnis gewisser Schriftstellen oder einer gewissen Verfahrensweise. Zum Beispiel weigern sich Jehovas Zeugen seit den 1940er Jahren, Blut zu spenden oder sich Blut übertragen zu lassen, während sie diesen Standpunkt vor jener Zeit nicht einnahmen. Seit 1962 verstehen sie unter den „obrigkeitlichen Gewalten“ aus Römer 13:1 die Herrscher weltlicher Regierungen, während sie bis zu jener Zeit, und zwar von 1929 an, einen anderen Standpunkt vertraten. Es könnten noch weitere Beispiele angeführt werden. Zeigt dies, daß Jehovas Zeugen nicht die Wahrheit haben? Werden dadurch die wichtigsten Grundsätze ihrer Lehren in Frage gestellt?
Keineswegs. Jehovas Zeugen beanspruchen keine Unfehlbarkeit. Sie werden von Gott belehrt. (Jes. 54:13) Niemals werden sie alles wissen, sondern sie werden ständig von der unerschöpflichen Weisheit Gottes lernen, während sie in seiner Wahrheit wandeln.
BEISPIEL DER VERSAMMLUNG DER ERSTEN CHRISTEN
Als Jesus auf Erden war, sagte er zu seinen Jüngern: „Ich habe euch noch vieles zu sagen, aber ihr vermögt es jetzt nicht zu tragen.“ (Joh. 16:12) Hätte er ihnen all diese Dinge auf einmal gesagt, so wäre das für sie zuviel gewesen. Es wäre ihnen unmöglich gewesen, all diese Dinge zu erfassen und sie in ihrem Leben auszuführen. Daher belehrte er sie schrittweise.
Betrachte die Geschichte der Versammlung der ersten Christen gemäß den Aufzeichnungen in der Apostelgeschichte. Als Jesus bei ihnen war, kurz bevor er in den Himmel auffuhr, dachten sie, er würde damals auf Erden für das fleischliche Israel ein Königreich aufrichten. (Apg. 1:6) Aber von Pfingsten (33 u. Z.) an lernten sie etwas anderes. (Apg. 2:32-36; 3:19-21; 1. Petr. 3:18) Einige Zeit danach erschloß Gott ihrem Verständnis einen weiteren Teil seines ‘heiligen Geheimnisses’, nämlich daß er Heiden in die Christenversammlung bringen würde. (Apg. 10:34-48; Röm., Kap. 11; Kol. 1:25-27) Doch später kam es zu der Auseinandersetzung um die Beschneidung der Bekehrten aus den Heiden, und sie wurde von der leitenden Körperschaft beigelegt. Hier wurde ihr Denken zurechtgebracht, als sie die Heilige Schrift im Lichte der jüngsten Entwicklungen untersuchten. (Apg., Kap. 15) Auch klärten die Apostel vieles in ihren Briefen, zum Beispiel die zweite Gegenwart und die Auferstehung Christi (1. Kor., Kap. 15; 1. Thess. 4:13-17) sowie Angelegenheiten, die die Versammlungsorganisation betrafen (Timotheusbriefe und Titusbrief).
Wurde die Stellung der Versammlung als „Säule und Stütze der Wahrheit“ durch diese Neuerungen des Verständnisses und Änderungen geschwächt? Nein, die Versammlung wurde vielmehr gestärkt, da sie von Jehova Gott und Jesus Christus geleitet und gebraucht wurde. Der Beweis hierfür ist in dem Segen Jehovas zu sehen. Als den überall verstreuten Versammlungen die Klärung der Beschneidungsstreitfrage mitgeteilt wurde, wurden die Versammlungen „daher tatsächlich im Glauben weiterhin befestigt und nahmen von Tag zu Tag an Zahl zu“. — 1. Tim. 3:15; Apg. 16:4, 5.
HEUTIGE ÄNDERUNGEN IM VERSTÄNDNIS
Ebenso wie die leitende Körperschaft der Versammlung der ersten Christen, die schrittweise von Jehova geführt wurde, alles so handhabte, wie Jehova die Entwicklungen stattfinden ließ, und die Heilige Schrift erforschte, um die Versammlung gemäß der Führung Jehovas zu leiten, tut dies auch die leitende Körperschaft der Versammlung heute. Zum Beispiel kam die Blutfrage besonders nach dem Jahre 1937 auf, als in Chicago (Illinois, USA) die erste Blutbank gegründet wurde. Christliche Zeugen Jehovas, die krank wurden, standen vor der Frage, ob sie dieser Art der Behandlung zustimmen sollten und ob diese mit Gottes Wort in Übereinstimmung wäre. Die Heilige Schrift wurde unter Gebet geprüft, und so wurde der Wille Gottes in dieser Angelegenheit offenbar.
Ebenso wurde bezüglich des Schrifttextes aus Römer 13:1 durch ein genaues und sorgfältiges Studium des Zusammenhangs und damit in Verbindung stehender, einschlägiger Schrifttexte ein richtiges Verständnis erlangt. Man erkannte, daß der Apostel Paulus in Römer, Kapitel 12 zunächst Angelegenheiten innerhalb der Versammlung behandelt und sich dann, in Vers 17, Angelegenheiten außerhalb der Versammlung zuwendet. Von da an geht Paulus zur Besprechung der obrigkeitlichen Gewalten über, und weiter bis zum 7. Vers des Kapitels 13 äußert er sich deutlich über Gewalten in den Regierungen dieser Welt. Dieses Verständnis bewirkte keine Änderung in der Einstellung der Zeugen Jehovas hinsichtlich ihres Verhältnisses zu Gott oder in ihrer Einstellung gegenüber den Herrschern. Nein, denn sie befolgten weiter den von Jesus Christus aufgestellten Grundsatz: „Zahlt daher Cäsars Dinge Cäsar zurück, Gottes Dinge aber Gott.“ (Matth. 22:21) Wohl führte dies aber zu einer berichtigten Ansicht über die Bedeutung von Römer 13:1.
„DRAMATISCHE“ EREIGNISSE IN ALTER ZEIT
Etwas anderes, was zu Fragen Anlaß gegeben hat, sind Parallelen oder prophetische Vorbilder, die von Jehovas Zeugen auf Verhältnisse und auf Personengruppen oder -klassen von heute angewandt werden. Viele Menschen, die die Bibel lesen, betrachten all deren Berichte lediglich als vergangene Geschichte, aber wenn sie beginnen, mit Jehovas Zeugen die Bibel zu studieren, wird ihre Ansicht zurechtgebracht, da sie sehen, daß die Berichte mehr als vergangene Geschichte sind. Zum Beispiel begingen die Israeliten, die in den Ebenen Moabs versammelt waren, kurz bevor sie in das Verheißene Land einzogen,
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