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  • Wie ‘weise Zurechtweiser’ Irrenden helfen
    Der Wachtturm 1977 | 1. März
    • die richtige Einstellung zu einer Zurechtweisung mit den Worten aus: „Sollte der Gerechte mich schlagen, es wäre liebende Güte, und sollte er mich zurechtweisen, es wäre Öl auf das Haupt, das mein Haupt nicht zurückweisen möchte“ (Ps. 141:5). Außerdem beschrieb David in Psalm 32:1-6 die Qualen, die er selbst litt, als er es versäumt hatte, Jehova um Vergebung seiner Sünden zu bitten, sowie die große Erleichterung, die ihm widerfuhr, nachdem er seine Sünden bereut und sie Gott bekannt hatte.

      23. Woran werden ‘weise Zurechtweiser’ denken, und inwiefern geht das aus den Schrifttexten hervor, die in diesem Absatz erwähnt werden?

      23 Um ‘weise Zurechtweiser’ zu sein, sollten Hirten der Versammlung auch daran denken, daß es bei Zurechtweisungen verschiedene Grade geben kann, wie es auch bei Vergehen verschiedene Schweregrade gibt. (Vergleiche Galater 6:1; 2. Timotheus 2:24-26 mit Titus 1:13.) Selbst Personen, die einen guten Ruf als Diener Gottes genießen, müssen vielleicht mitunter wegen einer falschen Ansicht, wegen einer verkehrten Äußerung oder Handlung zurechtgewiesen werden.

      24, 25. Kann es vorkommen, daß auch treue Diener Gottes zurechtgewiesen werden müssen, und zu welch guten Ergebnissen wird eine solche Zurechtweisung führen?

      24 Das war bei Petrus zu einer späteren Zeit der Fall. In Galater 2:11-14 wird davon berichtet, daß er nach Antiochia in Syrien ging und mit unbeschnittenen nichtjüdischen Christen Freundschaft pflegte und mit ihnen aß. Als aber gewisse Männer von der Versammlung in Jerusalem (Männer, die offensichtlich noch der Ansicht waren, die Juden sollten sich getrennt halten) nach Antiochia kamen, hörte Petrus auf, mit nichtjüdischen Christen Gemeinschaft zu pflegen. Als der Apostel Paulus diese verkehrte Handlungsweise und ihre schlechten Auswirkungen auf andere jüdische Gläubige beobachtete, fühlte er sich verpflichtet, Petrus zurechtzuweisen. Mit vernünftigen Argumenten zeigte er Petrus die Verkehrtheit seiner Handlung, und zwar öffentlich, so daß es die anderen hören konnten. Petrus nahm zweifellos diese Zurechtweisung an, und er sprach später mit herzlichen Worten von Paulus (2. Petr. 3:15, 16).

      25 Ja, es verhält sich so, wie wir in Sprüche 9:8, 9 lesen: „Erteile einem Weisen eine Zurechtweisung, und er wird dich lieben. Gib einem Weisen, und er wird noch weiser werden.“ „Man sollte den Verständigen zurechtweisen, damit er Erkenntnis verstehe“, wie das bei Petrus der Fall war. Mögen unsere Ohren daher stets für die vernünftigen „Zurechtweisungen der Zucht“ offen sein, die für alle, die Gott und seine Gerechtigkeit lieben, der „Weg des Lebens“ sind (Spr. 19:25; 6:23; 25:12).

  • Personen, die Sünde treiben, zurechtweisen
    Der Wachtturm 1977 | 1. März
    • Personen, die Sünde treiben, zurechtweisen

      „Weise Personen, die Sünde treiben, vor den Augen aller zurecht, damit auch die übrigen Furcht haben“ (1. Tim. 5:20).

      1, 2. Welche Anweisungen erteilte Paulus dem Timotheus, während sich dieser in Ephesus aufhielt, und welche Fragen ergeben sich daraus?

      ALS der Apostel Paulus seinem Mitarbeiter Timotheus Rat darüber erteilte, wie er Probleme in Ephesus behandeln sollte, wo einige zu sinnlosem Gerede Anlaß gaben und widersprechende Lehren vertraten, sagte er unter anderem: „Weise Personen, die Sünde treiben, vor den Augen aller zurecht, damit auch die übrigen Furcht haben (1. Tim. 5:20; 1:3-7; 6:3-5).

      2 Was verstand der Apostel Paulus unter „Sünde treiben“? Wäre jemand, der eine Sünde mehr als einmal begangen hat, automatisch eine Person, die ‘Sünde treibt’?

      WER ZÄHLT ZU DENEN, DIE „SÜNDE TREIBEN“?

      3, 4. Was bedeutet der griechische Ausdruck, den Paulus hier gebrauchte, und wie lautet daher die Wiedergabe in bestimmten Übersetzungen?

      3 In der Sprache, in der der Apostel Paulus schrieb (Griechisch), lautet der Ausdruck „Sünde treiben“ hamartánontas, Partizip Präsens Aktiv des griechischen Zeitworts „sündigen“. Was lernen wir daraus? Beachten wir, was Bibelkommentare darüber sagen (Kursivschrift der Betonung wegen):

      In dem Werk The Expositor’s Greek Testament heißt es: „... der Gebrauch des Partizips des Präsens läßt erkennen, daß von gewohnheitsmäßigen Sündern die Rede ist. ... Paulus spricht von hartnäckigen Sündern.“

      In dem Theologisch-homiletischen Bibelwerk von J. P. Lange lesen wir: „Die Sündigenden werden dargestellt als in diesem Augenblick noch wirklich in jener Sünde lebend, daher hier das Präsens, wo man sonst vielleicht das Präteritum erwarten konnte.“

      4 Paulus gebraucht daher eine Verbform, mit der eine gegenwärtige Tat beschrieben wird, nicht eine vergangene; sie bezeichnet eine Handlungsweise, die andauert, nicht eine, die aufgegeben worden ist. In Anbetracht dessen geben verschiedene Bibelübersetzer den Text wie folgt wieder:

      Schlatter (1931) „Den Sündigenden halte vor allen ihre Sünde vor ...“

      Kürzinger: „Die Fehlenden weise in Gegenwart aller zurecht ...“ (Siehe auch Ketter, Perk, Rösch, Schäfer.)

      New American Standard: „Diejenigen, die weiterhin sündigen ...“

      5. (a) Was ergibt sich aus der Wiederholung einer Sünde? (b) Was ist jedoch ausschlaggebend, damit jemand als eine Person bezeichnet werden kann, ‘die Sünde treibt’?

      5 Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß ein Vergehen um so schwerwiegender wird, je häufiger die Sünde begangen worden ist. Jemand, der längere Zeit eine Sünde begeht, treibt gewiß Sünde. Diese Darlegungen lassen jedoch erkennen, daß jemand nicht lediglich schon dadurch, daß er eine bestimmte Sünde mehr als einmal begangen hat — vielleicht zwei- oder dreimal —, unter Personen einzureihen ist, „die Sünde treiben“. Von grundlegender Bedeutung wäre die Frage, ob sich der Betreffende von dieser Sünde abgewandt oder sie aufgegeben hat oder ob es sich um eine fortdauernde, anhaltende Handlungsweise handelt. Wenn letzteres der Fall ist, dann treffen die Worte des Apostels Paulus auf ihn zu.

      6, 7. Inwiefern läßt sich das durch Matthäus 7:7 veranschaulichen?

      6 Dieser Gedanke läßt sich durch andere Texte veranschaulichen, in denen griechische Verben im Präsens vorkommen. In Matthäus 7:7 erscheinen im Griechischen beispielsweise drei Verben in der Präsensform (Imperativ). Die Neue-Welt-Übersetzung gibt diesen Text wie folgt wieder:

      „Bittet fortwährend, und es wird euch gegeben werden; sucht unablässig, und ihr werdet finden; klopft immer wieder an, und es wird euch aufgetan werden.“

      7 Jesus wollte bestimmt nicht sagen, daß wir dieser Aufforderung nachkommen, wenn wir Gott mehr als einmal um etwas bitten — vielleicht zweimal. Nein, sondern wir sollten fortwährend bitten, unablässig suchen und immer wieder anklopfen oder darin beharren.

      8. Auf welche Personen bezieht sich somit 1. Timotheus 5:20, und welche Personen sind nicht damit gemeint?

      8 Somit ist in 1. Timotheus 5:20 von Sündern die Rede, die gerade deswegen vor den Augen aller zurechtgewiesen werden müssen, weil sie die Sünde nicht aufgegeben haben, sondern darin beharren. Das läßt deutlich erkennen, daß der Apostel nicht von Personen spricht, die eine Sünde ein oder mehrere Male verübten, danach aber bereut und ihre falsche Handlungsweise wirklich aufgegeben haben.

      SICH NICHT ZURÜCKHALTEN, DIE ERFORDERLICHE HILFE ZU SUCHEN

      9. Was zeigt, daß ein reumütiger Sünder sich nicht davon zurückhalten sollte, die Hilfe christlicher Ältester zu suchen?

      9 Angenommen, ein Glied der Versammlung hat sich in eine Sünde verstrickt — sei es eine Übertretung auf sittlichem Gebiet oder irgend eine andere ungeziemende Handlung — und bereut nun aufrichtig diese Sünde. Gibt es für den Betreffenden irgendeinen Grund, zu zögern, die Hilfe von Ältesten zu suchen, um in seinem Entschluß, diese Sünde nicht zu wiederholen, gestärkt zu werden? Beachten wir, welchen Rat der Jünger Jakobus in Jakobus 5:14-16 gibt:

      „Ist jemand unter euch krank? Er rufe die älteren Männer der Versammlung zu sich, und sie mögen über ihm beten und ihn im Namen Jehovas mit Öl einreiben. Und das Gebet des Glaubens

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