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Reife — ein christliches ErfordernisDer Wachtturm 1963 | 1. September
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auf dem Wege der Bösen. Laß ihn fahren, geh nicht darauf; wende dich von ihm ab und geh vorbei.“ Es ist leicht zu erkennen, daß der Pfad des reifen Christen gerade ist, und davon abzuweichen kann schlimme Folgen haben. Hüte dich vor Versuchungen, indem du stets das gute, gesunde Urteilsvermögen eines reifen Menschen anwendest. Wenn wir uns (nicht andere) fortgesetzt prüfen, werden wir feststellen, wie wunderbar es für einen Christen ist, die Reife eines vollerwachsenen Mannes zu besitzen.
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Strebe nach Reife in der Neuen-Welt-GesellschaftDer Wachtturm 1963 | 1. September
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Strebe nach Reife in der Neuen-Welt-Gesellschaft
„Tue dein Äußerstes, dich als von Gott anerkannt darzustellen, als einen Arbeiter, der sich wegen nichts zu schämen braucht, der das Wort der Wahrheit recht handhabt.“ — 2. Tim. 2:15, NW.
1, 2. (a) Wonach sollte ein Christ streben, und was sollte er tun, um das gewünschte Ziel zu erreichen? (b) Was setzt das voraus, und wie wirkt sich das auf den einzelnen aus?
NACH etwas streben heißt sich anstrengen, um das gesteckte Ziel zu erreichen. Ein Christ strebt danach, von Jehova anerkannt zu werden, und das ist ein Ziel, das sich mit keinem anderen Ziel vergleichen läßt. Um es zu erreichen, müssen wir der Aufforderung des Wortes Gottes nachkommen: „Tue dein Äußerstes.“ Der Weg zur Reife ist ein Weg, den wir in unserem christlichen Leben alle gehen müssen. Paulus führt uns die Vortrefflichkeit dieses Weges gegenüber anderen Dingen, die uns das Leben bieten mag, lebhaft vor Augen, wenn er sagt: „Ja wahrlich, ich achte auch alles für Verlust wegen der Vortrefflichkeit der Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn.“ Uns sollte ebensoviel daran gelegen sein, Weisheit und Reife zu erlangen. — Phil. 3:8.
2 Das setzt jedoch manches voraus. Zum Beispiel Studium, fleißiges Studium, und das kostet Zeit und geistige Anstrengung. Ja es kostet sogar noch mehr, denn der christliche Diener Gottes möchte ein „vollerwachsener Mann“ werden, der ein umfassendes Verständnis hat und die wertvollen, lebengebenden Belehrungen anderen vermitteln kann. Je größer die Erkenntnis, desto größer der Glaube, die Überzeugung, die Freude und die Verantwortung.
3. Was für Stoff sollten wir nicht in unseren Lehrplan aufnehmen?
3 Studium bedeutet Arbeit, und so, wie der Körper durch Betätigung und Arbeit ertüchtigt wird, werden auch die geistigen Fähigkeiten durch die Betätigung des Geistes gefördert. Die besten Ergebnisse erzielt man durch Regelmäßigkeit, indem man einem Lehrplan folgt, wie das in der Schule üblich ist. Das setzt natürlich voraus, daß man sich Zeit nimmt. Auch der Lehrstoff spielt eine wichtige Rolle. Denken wir an den Rat: „Die Weisheit dieser Welt ist Torheit bei Gott.“ Nachdem Paulus Christen ermahnt hatte, ihr Äußerstes zu tun, um Jehova zu dienen, warnte er sie vor Quellen, deren Aufschlüsse das, was heilig oder gerecht ist, durch Dinge dieser alten Welt verletzen: „Meide aber leere Reden, die verletzen, was heilig ist; denn sie werden immer mehr zur Ungöttlichkeit fortschreiten.“ Darum nehmen wir solchen Stoff nicht in unseren sorgfältig überwachten Lehrplan auf. Wir interessieren uns vor allem für Quellen, die uns über das ewige Leben und die Bedingungen, unter denen man dieses Leben empfängt, unterrichten, damit wir „das Wort der Wahrheit recht“ handhaben können. — 1. Kor. 3:19; 2. Tim. 2:16, 15, NW.
4. (a) Was erwerben wir durch das Studium? (b) Ist das Studium alles, was wir benötigen?
4 Durch das Studium erweitern wir unsere Kenntnisse und unser Wissen ungefähr so wie ein Medizinstudent, der sich durch ein Hochschulstudium systematisch und gründlich auf den Arztberuf vorbereitet. Am Ende dieses Studiums besitzt er aber erst theoretische Kenntnisse, die er fast ausschließlich aus Büchern und Vorträgen erworben hat. Diese Kenntnisse muß er nun praktisch anwenden lernen, bevor er sich als Arzt oder Chirurg betätigen kann. Das Studium allein macht ihn nicht zum Arzt. Er muß erst noch praktische Erfahrungen sammeln. Genauso verhält es sich mit einem Diener Jehovas. Jehova fordert uns deshalb durch sein Wort auf, „Täter des Wortes“ zu sein und „nicht allein Hörer“. — Jak. 1:22.
5. Warum macht uns das Studium allein nicht zu einem Diener Gottes?
5 Obwohl ein sorgfältiges Studium und gründliche Vorbereitung unerläßlich ist, um sich gute Kenntnisse anzueignen, benötigen wir dennoch auch eine gute praktische Ausbildung. Auch der angehende Arzt führt nach Abschluß des Hochschulstudiums nicht gleich eine Operation durch. Er arbeitet zunächst eine Zeitlang mit einem erfahrenen Arzt zusammen, um seine theoretischen Kenntnisse, die er durch sein Studium erworben hat, anwenden zu lernen. So auch der Diener Gottes: Er erhält seine praktische Ausbildung, indem er einen erfahreneren Prediger begleitet. Auf diese Weise macht er allmählich Fortschritte und wird ein erfolgreicher Täter des Wortes. Er wird sich bald zu einem Prediger entwickeln, der Gottes Wort von Haus zu Haus verkündigt wie die ersten Christen. Dann wird er den nächsten Schritt tun können, der darin besteht, Menschen, die Interesse zeigten, wiederzubesuchen und mit ihnen schließlich ein Heimbibelstudium zu beginnen.
6. (a) Wie kann man sich auf seine Fortschritte auf dem Weg zur Reife prüfen? (b) Was tut der reife Diener Gottes weiterhin?
6 Der nach Reife strebende neue Diener Gottes sollte in seinem Dienst nicht einseitig sein. Er bleibt auch nicht stehen, wenn er eine gewisse Reife erlangt hat, sondern freut sich, nun auch anderen auf dem Weg zur Reife beistehen zu können. Er prüft sich immer wieder auf seine Lehrfähigkeit und vergewissert sich, ob er dem Lernenden mit gutem Beispiel vorangeht, ihm richtig Rat erteilt und ihm so behilflich ist, ebenfalls zur Reife zu gelangen. Anderen zu helfen und zu beobachten, wie sie — gleich dem Ton in der Hand des Töpfers — geformt werden und sich schließlich zu Dienern Gottes entwickeln, macht Freude und bringt große Befriedigung. Ein Prediger und Lehrer, der dieses Stadium der Reife erreicht hat, scheut keine Mühe, Neuen im Felddienst, beim Studium, beim Beantworten biblischer Fragen und in jeder anderen Hinsicht, die zu ihrer Auferbauung beitragen könnte, zu helfen. Es ist etwas vom Schönsten, wenn man beobachten kann, wie sich zwischen dem Lehrer und dem Lernenden eine innige Liebe entwickelt. Die enge brüderliche Gemeinschaft, die auf diese Weise entsteht, kann nicht so leicht zerstört werden.
DIE GEISTIGE REIFE DES MANNES
7. (a) Was sagt die Bibel über die Reife? (b) Wie gibt der „vollerwachsene Mann“ auf seinen Wandel acht?
7 Christliche Brüder oder Diener Gottes, die nach Reife streben, werden in der Bibel lobend erwähnt. „Mögen die älteren [reifen] Männer, die in vortrefflicher Weise als Vorsteher dienen, doppelter Ehre würdig geachtet werden, besonders jene, die hart arbeiten in bezug auf Rede und Lehre.“ Der „vollerwachsene Mann“ muß heute unablässig die gute Botschaft vom Königreich predigen und anderen, die es ebenfalls tun möchten, beistehen, denn der Mann, der beständig auf sich selbst und auf seinen Predigtdienst acht gibt, wird sehr gesegnet. Wer in Übereinstimmung mit diesen Gedanken handelt, ist ein reifer Mann, der das Wort der Wahrheit recht handhabt. — 1. Tim. 5:17; 4:16; 2. Tim. 2:15, NW.
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