-
Fragen von LesernDer Wachtturm 1969 | 15. November
-
-
und unheilbar waren. Durch ihre Sünde blieben sie in völliger Treulosigkeit gegenüber der wahren Anbetung Jehovas. Selbst in dem kommenden System der Dinge könnte jemandem, der einer solchen Sünde schuldig wäre, nicht vergeben werden.
Könnte jemand heute gegen den heiligen Geist sündigen und so keine Vergebung mehr erlangen? Ja, das ist möglich. Jemand könnte in seinem Sinn und seinem Herzen so hoffnungslos verderbt werden, daß er es mit der Sünde so weit treibt, daß er gegen den Geist sündigt. Und um das zu tun, braucht man nicht ein geistgesalbter Christ zu sein. Man bedenke, daß jene Pharisäer keine gesalbten Christen waren und dennoch die unvergebbare Sünde begingen.
Wie kann man wissen, ob die unvergebbare Sünde begangen worden ist?
Diese Art Sünde hängt mit dem zusammen, was wir in Hebräer 10:26 lesen: „Wenn wir willentlich Sünde verüben, nachdem wir die genaue Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, so bleibt kein Schlachtopfer für Sünden mehr übrig.“ Bei dieser Art Sünde besteht also eine Absicht oder Vorsätzlichkeit. Man ist abgestumpft und sündigt, wobei man sich völlig darüber im klaren ist, daß man der Wirksamkeit des Geistes Gottes und Seinen gerechten Gesetzen direkt zuwiderhandelt. Außerdem sind wir alle sündig und benötigen das Loskaufsopfer Christi, um Vergebung zu erlangen. Aber es „bleibt kein Schlachtopfer für Sünden mehr übrig“ für jemanden, der das weiß und „der den Sohn Gottes mit Füßen getreten und das Blut“, das dieser vergoß, „als von gewöhnlichem Wert geachtet“ hat. Der Betreffende hat „den Geist der unverdienten Güte durch Verachtung gröblich verletzt“. (Hebr. 10:29) Er wird nie bereuen und demütig Gottes Vergebung für seine Sünde und für die Verwerfung des Lösegeldes Christi suchen. Er findet keine Reue.
Aber wir müssen einen wichtigen Punkt im Sinn behalten: Jesus kannte die tiefsten Gedanken und die Herzenseinstellung der Juden und konnte somit sicher sein, daß sie gegen den heiligen Geist gesündigt hatten. Unvollkommene Menschen können heute nicht in den Herzen lesen, wie Jehova und Jesus es können, und daher können wir nicht entscheiden, wann jemand es mit der Sünde so weit getrieben hat, daß er gegen den Geist gesündigt hat. (Matth. 12:25; Hebr. 4:13) Das zu entscheiden liegt bei Gott.
Selbst die Tatsache, daß jemandem die Gemeinschaft mit der Christenversammlung entzogen worden ist, bedeutet nicht notwendigerweise, daß er die unvergebbare Sünde begangen hätte. Er mag später bereuen. In der Versammlung im alten Korinth mußte einem gesalbten Christen wegen seiner Unmoral und weil der Beweis für Reue fehlte, die Gemeinschaft entzogen werden. Doch anscheinend wurde jener Mann später wieder in die Versammlung aufgenommen, was zeigt, daß er nicht gegen den heiligen Geist gesündigt hatte. — 1. Kor. 5:1-5; 2. Kor. 2:6-8.
Dennoch sollte uns schon allein die Tatsache, daß es möglich ist, gegen den heiligen Geist zu sündigen, wachsam werden lassen. Da wir unvollkommene Geschöpfe sind, sündigen wir täglich unbewußt. Wenn es einem ins Herz schneidet und er seine Sünden wirklich bereut, dann ist das ein Beweis dafür, daß er nicht die unvergebbare Sünde begangen hat. Wie wichtig ist es daher, daß wir einen demütigen Geist bewahren, unsere Fehler zugeben und Gottes Vergebung suchen. (1. Joh. 1:9; Micha 7:18) Und da wir erkennen, daß ewige Vernichtung das Los derer sein wird, die „ewiger Sünde schuldig“ sind, nämlich der Sünde gegen den heiligen Geist, sollten wir zu vermeiden suchen, daß wir die Sünde zu einer Gewohnheit machen oder daß wir die deutliche Wirksamkeit des Geistes Gottes leugnen.
-
-
BekanntmachungenDer Wachtturm 1969 | 15. November
-
-
Bekanntmachungen
PREDIGTDIENST
Bei einer von Menschen gegründeten Priesterschaft besteht die Gefahr, daß sie sich selbst zum Gesetz wird, daß sie eigene Bestimmungen aufstellt oder bestehende Bestimmungen abändert und Macht und Einfluß zu erlangen sucht, um ihre eigennützigen Ziele zu erreichen. Anders verhält es sich mit den Priestern, die dem großen Hohenpriester, Christus Jesus, gehorchen. Sie sind vor allem daran interessiert, heute und in alle Ewigkeit genau den Fußstapfen ihres Hohenpriesters zu folgen. Sie haben erkannt, daß sie ihre Mitmenschen durch ihr Beispiel und durch ihre Predigttätigkeit belehren müssen. Sie wissen, daß sie „durch ihn [Jesus Christus] ... Gott stets ein Schlachtopfer der Lobpreisung“ darbringen müssen. (Hebr. 13:15) Das tun sie, indem sie dem Auftrag nachkommen, den Jesus Christus seinen Nachfolgern kurz vor seinem Tode gab, als er sagte: „Geht daher hin und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, indem ihr sie ... lehrt, alles zu halten, was ich euch geboten habe.“ (Matth. 28:19, 20) In den letzten Jahrzehnten haben sich ihnen Tausende und aber Tausende von Menschen angeschlossen, die gewillt sind, zusammen mit ihnen Gott Schlachtopfer des Lobes darzubringen. Im November tun sie es, indem sie überall, wo sich ihnen eine Gelegenheit bietet, das Buch Ist die Bibel wirklich das Wort Gottes? gegen einen Beitrag von 1,25 DM (Österreich 7,50 öS; Luxemburg 13 lfrs) anbieten.
„WACHTTURM“-STUDIEN FÜR DIE WOCHE VOM
30. November: Gott belohnt die ernstlich Suchenden. Seite 680. Lieder: Nr. 117, 35.
7. Dezember: Jehova Gott — „Hörer des Gebets“. Seite 688. Lieder: Nr. 42, 87.
-