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Zügle deine Zunge!Der Wachtturm 1956 | 15. Mai
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fortfährt, sein eigenes Herz zu betrügen, dessen Form der Anbetung ist nichtig“. — Jak. 1:26, NW.
Schmutziges Reden schickt sich nicht und ist bei einem Christen ungeziemend und unentschuldbar. Es kann das Merkmal eines schmutzigen Sinnes sein. Es kann zu unsauberen Taten führen. Aber man wird erkennen, daß rechte Worte, die auf rechte Weise verwendet werden, jemanden in rechter Richtung führen können. Was für ein Herz hast du? Welche Worte lassen es erkennen? Welcherlei Reden wirst du weiterhin führen? Für einen Christen gibt es nur eine Antwort auf diese Fragen. Wirst du selbst diese richtige Antwort geben?
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Ich lebte als Verbannter in SibirienDer Wachtturm 1956 | 15. Mai
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Ich lebte als Verbannter in Sibirien
ALS deutscher Staatsangehöriger konnte ich im November 1955 nach 4 1/2jähriger Verbannung in Sibirien in mein Geburtsland zurückkehren. Doch viele Zeugen Jehovas aus dem Memellande, aus Litauen, Lettland, Estland, Bessarabien und der Ukraine wie auch aus anderen Teilen Rußlands, die nicht deutsche Staatsangehörige sind, befinden sich immer noch in diesem kalten Lande. Von vielen wurde ich gebeten, den Zeugen Jehovas in anderen Teilen der Welt einen Bericht zu übermitteln.
Während verschiedene Teile Deutschlands von den russischen Streitkräften besetzt wurden, befand ich mich in Ostpreußen (im Memelland). Unter dem Hitler-Regime hatte ich als Zeuge Jehovas bereits über sechs Jahre in verschiedenen Gefängnissen und anderen Einrichtungen gelitten. Als das Memelland [jetzt Klaipeda genannt] auf Befehl Hitlers geräumt werden mußte, flüchteten die meisten Bewohner dieses Gebietes nach dem Innern Deutschlands. An dieser Flucht nahm ich nicht teil, denn ich konnte es mit meiner Auffassung nicht vereinbaren, unter dem Hitler-Regime Zuflucht zu suchen, das Jehovas Zeugen so unsagbares Leid zugefügt hatte. Auch dachte ich, daß die Kommunisten den Zeugen Jehovas, die unter dem Regime Hitlers so sehr gelitten hatten, ein wenig Entgegenkommen erzeigen würden. Weit gefehlt! Mehr denn je bin ich überzeugt, daß diese Welt von ihrem unsichtbaren Oberherrn Satan geleitet und dirigiert wird.
Was die Verfolgung der Zeugen Jehovas betrifft, offenbarte sich die kommunistische Regierungsform als treue Nachfolgerin Hitlers und seiner nationalen Partei. Als die Russen kamen, flohen Geistliche und Prediger und ließen ihre zurückbleibenden „Schafe“ im Stich. Viele Zeugen Jehovas, die diese Menschen in Bedrängnis sahen, hatten Gelegenheit, ihnen Gottes Königreich zu verkündigen. Diese Gelegenheiten nahmen sie wahr. Die Folge war, daß in diesem Teil des Landes eine Anzahl neuer Versammlungen entstand. Auch ließen sich viele, die sich Jehova hingegeben hatten, taufen. Die wenigen Exemplare des Wachtturms, die wir hatten, wurden bei den regelmäßigen Zusammenkünften studiert, ja nicht nur studiert, sondern auch vervielfältigt und unter der Bevölkerung verbreitet. Der russischen Sicherheitspolizei blieb alles dies nicht verborgen. Wiederholt wurden wir abgeholt und nach langen Vernehmungen über die Lehren und die Organisation der Zeugen Jehovas wieder freigelassen. Wir wußten, daß die Geheimpolizei Spione in die Versammlungen
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