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Zu dienen bereit, solange man mich brauchen kannDer Wachtturm 1970 | 15. Juli
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Ein anderes beglückendes Erlebnis und ein Meilenstein in meinem Leben war der Besuch des Kongresses in Columbus (Ohio) im Jahre 1931. Auf diesem Kongreß nahmen die Bibelforscher den Namen „Jehovas Zeugen“ an. Welch eine Ehre, diesen Namen zu tragen! Einige Jahre danach kaufte die Gesellschaft in der Nähe von Ithaca (New York) eine Farm, damit die Familie in der Zentrale besser ernährt werden könnte. Da ich Farmer gewesen war, wurde ich gebeten, auf dieser Farm zu arbeiten; ich begann im Dezember 1940, auf der Farm zu arbeiten, und blieb achtzehn Jahre dort.
Im Juli 1947 mußte ich mich wegen Darmkrebs plötzlich operieren lassen. Seither habe ich einen künstlichen Darmausgang. Ich erholte mich schnell, und danach war es mir noch elf Jahre lang möglich, schwere Arbeit auf der Farm zu leisten. Doch dann ließen die Kräfte nach, und ich wurde nach Brooklyn versetzt, wo ich bessere Möglichkeiten für eine ärztliche Behandlung hatte und wo man mir auch leichtere Arbeit gab. In der Regel leben Personen, die eine solche Operation hatten, nur noch zehn Jahre. Doch durch Jehovas unverdiente Güte lebe ich heute noch nach einundzwanzig Jahren, und man kann mich immer noch brauchen. Obschon ich manchmal unter Ischias leide, ist es mir dennoch möglich, in der Literaturversandabteilung der Gesellschaft zu arbeiten.
Da ich nicht mehr gut zu Fuß bin, predige ich abends und an den Wochenenden, indem ich Briefe schreibe; ich schreibe trauernden Hinterbliebenen, was die Bibel über die Auferstehungshoffnung sagt. Unter den Personen, die einen solchen Brief beantworteten, befand sich auch eine Witwe, die mir herzlich für meinen trostreichen Brief dankte und mich bat, ihr etwas zu senden, was ihr Antwort auf ihre biblischen Fragen geben würde. Ich schickte ihr ein Exemplar des Buches „Vergewissert euch über alle Dinge“. Auch ein in Europa stationierter amerikanischer Soldat erzeigte sich dankbar für meinen Brief und macht nun gute Fortschritte.
Wenn ich jetzt, da ich sechsundsiebzig Jahre alt bin, auf mein Leben zurückblicke, erscheint es mir sehr kurz, obschon die Jahre, wie der Dichter sagt, „nicht immer kurz erschienen“. Ich bin aufrichtig dankbar dafür, daß man mich immer noch zum Predigen dieser guten Botschaft von Gottes Königreich brauchen kann, auch bin ich dankbar dafür, daß Jehovas Volk die Aussicht hat, im kommenden System der Dinge seinem erhabenen Schöpfer in alle Ewigkeit zu dienen. — Mark. 10:29, 30; 13:10.
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Fragen von LesernDer Wachtturm 1970 | 15. Juli
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Fragen von Lesern
● In welchem Sinne treffen die Worte in 1. Johannes 5:18 zu: „Wir wissen, daß jeder, der aus Gott geboren worden ist, nicht Sünde verübt, sondern der aus Gott Geborene wacht über ihm, und der Böse bemächtigt sich seiner nicht.“? — N. B., USA.
Diesen Bibeltext kann man erst richtig verstehen, wenn man den Gedanken, den der Apostel Johannes in seinem Brief mehrmals wiederholt, verstanden hat: daß ein Unterschied besteht zwischen dem Begehen einer Sünde und dem willentlichen Verüben von Sünde. Er wollte mit diesen Worten nicht sagen, daß ein Christ, der aus Gott geboren ist, keine Sünde begeht. Daß Christen Sünden begehen, zeigt Johannes deutlich in seinen vorangehenden Worten: „Ich schreibe euch diese Dinge, damit ihr keine Sünde begehen mögt. Und doch, wenn einer eine Sünde begeht, so haben wir einen Helfer beim Vater, Jesus Christus, einen Gerechten.“ — 1. Joh. 2:1.
Wahre Christen machen sich das Sündigen aber nicht zur Gewohnheit. Das geht aus folgenden Worten des Johannes hervor: „Jeder, der Sünde verübt, verübt auch Gesetzlosigkeit, und so ist Sünde Gesetzlosigkeit. Ihr wißt auch, daß dieser kundgemacht worden ist, um unsere Sünden wegzunehmen, und in ihm ist keine Sünde. Jeder, der in Gemeinschaft mit ihm bleibt, verübt nicht Sünde; jemand, der Sünde verübt, hat ihn weder gesehen noch ihn kennengelernt. Kindlein, laßt euch durch niemand irreführen; wer Gerechtigkeit übt, ist gerecht, so wie jener gerecht ist. Wer fortgesetzt Sünde begeht, stammt vom Teufel.“ — 1. Joh. 3:4-8.
Durch die Worte in 1. Johannes 5:18 betonte Johannes also, daß die aus Gott Geborenen nicht gewohnheitsmäßig sündigen. Beachten wir aber, daß er nicht sagt, ein aus Gott Geborener könne nicht gewohnheitsmäßig sündigen. Einige von ihnen haben sich das Sündigen tatsächlich zur Gewohnheit gemacht. In der Korinther Versammlung war zum Beispiel ein Mann, der dies getan hatte, und der Apostel Paulus gebot deshalb der Versammlung, ihm die Gemeinschaft zu entziehen, und das tat sie auch. — 1. Kor. 5:1-13; 2. Kor. 2:5-11.
In diesem Zusammenhang ist es gut zu beachten, daß die Bibelschreiber ein Verständnis gewisser Dinge oft voraussetzten, wie dies manche Schriftsteller heute auch tun. So schrieb zum Beispiel der Apostel Paulus gemäß Kolosser 1:16, daß durch Jesus Christus alle Dinge im Himmel und auf der Erde erschaffen worden seien. Da wir aber aus Offenbarung 3:14 wissen, daß Jesus selbst ebenfalls erschaffen worden ist, fügt die Neue-Welt-Übersetzung das Wort „anderen“ hinzu, wodurch das ausgedrückt wurde, was der Apostel offensichtlich sagen wollte. Aber selbst in diesem Falle wäre es nicht nötig gewesen, das Wörtchen „anderen“ hinzuzufügen, wenn die Verfechter der Dreieinigkeit nicht lehren würden, Jesus sei nicht erschaffen worden.
Der Apostel Petrus führte zu Pfingsten die Prophezeiung aus Joel 3:1 (Lu) an: „Ich [will] meinen Geist ausgießen über alles Fleisch“ und wandte sie auf das was gerade geschehen war, an. Wir stellen aber fest daß damals Gottes Geist nicht buchstäblich auf alles Fleisch ausgegossen wurde. Er wurde aber auf ‘alle Arten von Fleisch’ ausgegossen, das heißt nicht wie in der Vergangenheit nur auf einige Auserwählte, sondern auf Söhne und Töchter und auf Sklaven und Sklavinnen. Deshalb wird in der Neuen-Welt-Übersetzung gesagt, der Geist sei „auf Fleisch von jeder Art“ ausgegossen worden, und das ist offensichtlich das, was gemeint ist. — Apg. 2:17, 18.
So verhält es sich auch mit den Worten des Johannes in 1. Johannes 5:18, daß der aus Gott Geborene nicht Sünde verübe. Wie bereits erwähnt, wollte er damit nicht sagen, ein aus Gott Geborener könne keine Sünde verüben. Was er damit sagen wollte, geht aus seinen vorherigen, etwas deutlicheren Worten hervor: „Jeder, der in Gemeinschaft mit ihm [Jesus Christus] bleibt, verübt nicht Sünde.“ (1. Joh. 3:6) Ja, keiner, der von Gott gezeugt ist, kein wahrer Christ, sollte fortgesetzt Sünde verüben. So etwas erwartet man von einem wahren Christen nicht, und so etwas tut ein wahrer Christ auch nicht. Der Apostel Paulus stimmte mit diesem Gedanken überein, denn nachdem er der Christenversammlung in Korinth geboten hatte, dem Mann, der fortgesetzt gesündigt hatte, die Gemeinschaft zu entziehen, fügte er die Worte hinzu: „Und doch waren das einige von euch. Aber ihr seid reingewaschen worden, aber ihr seid geheiligt worden, aber ihr seid gerechtgesprochen worden im Namen unseres Herrn Jesus Christus und mit dem Geist unseres Gottes.“ Damit sagte Paulus hier dem Sinne nach das gleiche wie Johannes (1. Joh. 5:18), nämlich daß sie jetzt Christen seien und deshalb nicht mehr gewohnheitsmäßig sündigen sollten. — 1. Kor. 6:9-11.
Johannes fügte dann noch die Worte hinzu: „Der aus Gott Geborene wacht über ihm, und der Böse bemächtigt sich seiner nicht.“ Der „aus Gott Geborene“ ist Jesus Christus. Seit seiner Auferstehung und seiner Rückkehr in den Himmel kann er als lebendige, mächtige Geistperson über die aus Gott Geborenen wachen damit der Böse, Satan, der Teufel, ‘sich ihrer nicht bemächtigt’. Jesus wies selbst darauf hin, daß er über seine Nachfolger wachen würde, als er, kurz bevor er zu seinem Vater zurückkehrte, zu ihnen sagte: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zum Abschluß des Systems der Dinge.“ Er dient seinen Nachfolgern unter anderem als „Helfer beim Vater“, um für sie Fürsprache einzulegen, wenn sie eine Sünde begehen. Er dient als „Sühnopfer“, nicht nur für ihre Sünden, sondern auch für die Sünden der „anderen Schafe“, die die Hoffnung auf irdisches Leben haben. Von diesen kann ebenfalls gesagt werden, daß sie nicht gewohnheitsmäßig sündigen. — Matth. 28:20; 1. Joh. 2:1, 2; Joh. 10:16.
Wir sehen also, daß alle, die „aus Gott geboren“ und mit Jesus Christus und mit ihren zu den „anderen Schafen“ gehörenden Gefährten in Gemeinschaft sind, sich das Sündigen nicht zur Gewohnheit machen, was aber nicht heißt, daß sie als einzelne es nicht tun könnten. Derjenige, der ihnen hilft, damit Satan, der Teufel, sich ihrer nicht bemächtigt, ist Jesus Christus „der aus Gott Geborene“.
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BekanntmachungenDer Wachtturm 1970 | 15. Juli
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Bekanntmachungen
PREDIGTDIENST
Jehova, der Schöpfer des Universums, ist am Wohl der Menschen interessiert. Er kümmert sich wie ein Hirte um sie, obwohl sie in Sünde geboren und in Ungerechtigkeit empfangen worden sind. Sein Interesse an den Menschen ist nicht nur ein vorübergehendes oder gelegentliches, sondern ein anhaltendes, tiefes Interesse. König David sagte von ihm: „Jehova ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ (Ps. 23:1) Wir können uns wirklich glücklich schätzen, in solch guter Obhut zu sein. Viele Menschen kennen diesen liebevollen Hirten aber noch nicht. Ein Studium der Bibel, des inspirierten Wortes Gottes, würde ihnen zeigen, wer er ist und wie man sich seiner Leitung und Fürsorge unterstellen kann. Jehovas Zeugen haben es sich daher zur Aufgabe gemacht, den Menschen behilflich zu sein, die Bibel gründlich kennenzulernen. Ein Hilfsmittel, das sie ihnen zu diesem Zweck anbieten, ist das Buch „Dinge, in denen es unmöglich ist, daß Gott lügt“. Es ist gegen einen Beitrag von 2,50 DM erhältlich (Österreich 15 öS; Luxemburg 25 lfrs).
„WACHTTURM“-STUDIEN FÜR DIE WOCHE VOM
2. August: Das Vorbild der bevorstehenden „großen Drangsal“, ¶ 1—18. Seite 421. Lieder: Nr. 2, 16.
9. August: Das Vorbild der bevorstehenden „großen Drangsal“, ¶ 19—30, ferner: Frieden mit Gott inmitten der „großen Drangsal“, ¶ 1—6. Seite 425. Lieder: Nr. 6, 90.
16. August: Frieden mit Gott inmitten der „großen Drangsal“, ¶ 7—25. Seite 431. Lieder: Nr. 4, 119.
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