21.-27. DEZEMBER 2026
LIED 135 Jehova bittet: „Sei weise, mein Sohn“
Zusammen können wir standhalten
„Jemand kann einen Einzelnen leicht überwältigen, doch zwei zusammen können gegen ihn standhalten“ (PRED. 4:12).
FOKUS
Gute Freunde können jungen Menschen helfen, treu zu Jehova zu stehen.
1. Welche Ansichten gibt es zum Thema Freundschaft?
ALS Zeugen für Jehova ist uns bewusst, dass wir zu unserer Überzeugung stehen müssen. Uns gegen die negativen Einflüsse der Welt zu wehren, ist ein ständiger Kampf. Auch unseren Blick auf das Thema Freundschaft wollen wir auf keinen Fall vom Geist der Welt beeinflussen lassen. Einigen kommt es heute zum Beispiel mehr auf die Anzahl der Freunde an als auf die Qualität und Tiefe der Freundschaften. Viele junge Leute vertrauen sich nur Gleichaltrigen an und fragen sie um Rat. Und manche haben den Eindruck, dass sie allein am besten klarkommen und überhaupt keine Freunde brauchen. Wie denken Jehova und Jesus über Freundschaften?
2. (a) Wie zeigte Jesus, dass ihm gute Freundschaften viel bedeuteten? (b) Warum sind gute Freundschaften gemäß Prediger 4:9-12 so wertvoll?
2 Jehova wünscht sich, dass wir Freunde haben, die uns helfen, treu zu ihm zu stehen. Auch sein Sohn Jesus hat sich solche Freunde gesucht. Kurz vor seinem Tod sagte er zu seinen treuen Aposteln wertschätzend: „Ihr seid es, die in meinen Prüfungen zu mir gehalten haben“ (Luk. 22:28). Er betrachtete sie als seine Freunde (Joh. 15:15). Echte Freunde halten nicht nur zu uns, wenn alles glattläuft, sondern auch in „Zeiten der Not“ (Spr. 17:17). Sie stärken uns und tun uns gut, wie in Prediger 4:9-12 beschrieben.a (Lies.) Sie unterstützen uns und bauen uns auf. Mit solchen Freunden an unserer Seite können wir jeder Bedrohung für unseren Glauben „standhalten“. Und wenn wir uns gemeinsam für Jehova einsetzen, können wir Erstaunliches erreichen und sogar für immer Freunde bleiben.
3. Worum geht es in diesem Artikel?
3 Wie können echte Freunde einem jungen Menschen helfen, loyal zu Jehova zu stehen? Wie können Eltern und andere reife Brüder und Schwestern solche Freunde sein? Wir werden uns mit dem Beispiel des Propheten Daniel beschäftigen und herausfinden, wie er scheinbar unüberwindbare Herausforderungen bewältigen konnte. Wir werden auch sehen, wie ihn sein bester Freund Jehova unterstützte, als er allein war.
GUTE FREUNDE HELFEN DIR, DICH FÜR JEHOVA ZU ENTSCHEIDEN
4. Vor welchen Herausforderungen stand Daniel?
4 Daniel begegnet uns in einer schwierigen Phase der Geschichte von Gottes Volk. Das Königreich Juda hatte wegen der Untreue seiner Einwohner die Anerkennung Gottes verloren. Daraufhin ließ Jehova zu, dass Juda 620 v. u. Z. von dem babylonischen König Nebukadnezar unterworfen wurde (Dan. 1:2). Zu dieser Zeit war Daniel wahrscheinlich ein Teenager. Einige Jahre später wurde er in die Stadt Babylon verschleppt, um dort ausgebildet zu werden (Dan. 1:3-6). Der junge Daniel war jetzt weit weg von zu Hause und getrennt von seiner Familie.
5-6. Was war Daniel möglicherweise eine Hilfe, sich für Jehova zu entscheiden?
5 Was bereitete Daniel auf die schwierigen Situationen vor, die in Babylon auf ihn warteten? Aus der Bibel erfahren wir, dass er in seinem Herzen beschlossen hatte, sich an Gottes Gesetze zu halten (Dan. 1:8). Also muss ihm jemand diese Gesetze beigebracht und ihn darin bestärkt haben, sich schon in jungen Jahren für Jehova zu entscheiden. Waren das seine Eltern? Interessanterweise bedeutet der Name Daniel „Mein Richter ist Gott“. Vielleicht haben sie ihren Sohn bewusst so genannt, weil sie sich wünschten, dass er Jehova dient und sich von ihm leiten lässt (5. Mo. 6:6, 7).
6 Womöglich wurde Daniel auch durch die Tätigkeit Jeremias motiviert. Warum liegt das nahe? Jeremia wurde 647 v. u. Z. zum Propheten ernannt und begann seine Tätigkeit vor Daniels Geburt (Jer. 1:2). Oft überbrachte er Botschaften Jehovas dem Königshaus und anderen einflussreichen Männern – einer Personengruppe, zu der vermutlich auch Daniels Familie gehörte (Jer. 1:17, 18; Dan. 1:3, 6). Wir wissen nicht, ob Jeremia und Daniel befreundet waren. Doch es kann gut sein, dass Daniel schon in jungen Jahren Jeremias Prophezeiungen kannte. Jedenfalls zog er sie Jahrzehnte später zurate (Jer. 25:11; 29:10; Dan. 9:1, 2). Möglicherweise sah Daniel in Jeremia einen mutigen und entschlossenen Mann, der trotz seines schlechten Umfelds treu zu Jehova hielt.
7-8. Wie können Eltern und andere reife Christen junge Leute darin bestärken, loyal zu Jehova zu stehen?
7 Man kann davon ausgehen, dass Daniel von seinen Eltern, dem Propheten Jeremia oder anderen treuen Dienern Jehovas positiv beeinflusst wurde. Irgendjemand muss ihm geholfen haben, eine enge Freundschaft zu Jehova aufzubauen.
8 Auch heute können Eltern ihre Kinder positiv prägen. Als Vater oder Mutter könnte man sich fragen: Ist mein Kind darauf vorbereitet, dass seine Neutralität auf die Probe gestellt wird? Wie wird es auf Versuchungen reagieren, die ihm in der Schule oder online begegnen? Ist es bereit, in der großen Drangsal für Jehova Stellung zu beziehen? Hilf deinem Kind, seine Liebe und sein Vertrauen zu Jehova zu vertiefen. Wie? Sprich regelmäßig mit ihm über biblische Themen, bring ihm bei, sich an den Zusammenkünften zu beteiligen, und arbeite mit ihm im Dienst zusammen. Junge Leute profitieren auch sehr davon, mit Brüdern und Schwestern Zeit zu verbringen, die wie Jeremia treue Glaubensvorbilder sind.
GUTE FREUNDE HELFEN DIR, VERSUCHUNGEN ZU WIDERSTEHEN
9. Welcher Gefahr waren Daniel und die anderen jungen Hebräer ausgesetzt?
9 Nachdem Daniel und die anderen jungen Hebräer verschleppt worden waren, begegneten sie Versuchungen, die sie von zu Hause nicht kannten. Sie standen von Anfang an unter Druck, die Denkweise und die Bräuche der Babylonier zu übernehmen. Außerdem sollten sie für die Arbeit im Palast ausgebildet werden. Diese Ausbildung würde zusätzliche Loyalitätsprüfungen mit sich bringen.
10. Worin bestand die erste Loyalitätsprüfung für die jungen Männer?
10 Bei der ersten Loyalitätsprüfung hätte man denken können, es handle sich um keine große Sache. Der König ordnete an, dass man Daniel und den anderen von den Delikatessen des Palastes zu essen gibt. Allerdings war einiges davon unter dem mosaischen Gesetz unrein (Dan. 1:5, 8). Die jungen Männer hätten versuchen können, eine Übertretung dieses Gesetzes zu rechtfertigen. Schließlich konnten sie als Gefangene nicht tun, was sie wollten. Außerdem wäre es nicht klug, den König zu enttäuschen oder zu verärgern. Wie würden sie sich verhalten?
11. Warum kann man sagen, dass sich Daniel gute Freunde ausgesucht hat? (Siehe auch das Bild.)
11 Von den hebräischen Jugendlichen, die in Babylon ausgebildet werden sollten, nennt der Bericht nur vier, die loyal zu Jehova hielten: Daniel, Schadrach, Meschach und Abednego. Diese vier Freunde halfen einander, Versuchungen zu widerstehen und treu zu bleiben. Gemeinsam verweigerten sie das königliche Essen und bewiesen so ihre Loyalität. Und Jehova belohnte sie dafür (Dan. 1:6-12, 17).
Daniel und seine Freunde haben sich gegenseitig geholfen, Versuchungen zu widerstehen und treu zu bleiben (Siehe Absatz 11)
12. Was kann jungen Menschen helfen, Versuchungen zu widerstehen?
12 Fühlst du dich manchmal unter Druck, einer Versuchung nachzugeben? Daniel und seine Freunde halfen sich gegenseitig, die richtige Entscheidung zu treffen. Mach es wie sie und such dir Freunde, die entschlossen sind, der Anziehungskraft der Welt zu widerstehen und fest zu Jehova zu halten (1. Joh. 2:15-17). Echte Freunde können dir helfen, auch „im Kleinen treu“ zu sein und dann zu erleben, wie Jehova dich unterstützt und belohnt (Luk. 16:10). Und deine Treue in „kleinen“ Prüfungen wird dir helfen, auch bei größeren Prüfungen das Richtige zu tun.
GUTE FREUNDE HELFEN DIR BEI HERAUSFORDERUNGEN
13. Welcher Herausforderung standen Daniel und seine Freunde gegenüber?
13 Echte Freunde helfen sich gegenseitig, scheinbar unüberwindbare Herausforderungen anzugehen. Das sieht man an einer Begebenheit aus dem Leben von Daniel und seinen Freunden. König Nebukadnezar hatte einen beunruhigenden Traum gehabt und wollte wissen, was er bedeutet. Also ließ er seine Zauberpriester und Magier holen. Doch statt ihnen zu erzählen, was er geträumt hatte, damit sie es dann deuten könnten, verlangte er von ihnen, dass sie den Traum erzählen – eine unlösbare Aufgabe für einen Menschen! (Dan. 2:3, 9-11). Wenn es ihnen nicht gelingen würde, sollten sie umgebracht werden. Auch Daniel und seine Freunde gehörten zu den weisen Männern und schwebten deshalb in Lebensgefahr. In dieser schwierigen Situation hielten die jungen Hebräer fest zusammen.
14. Wie unterstützten sich die jungen Hebräer gegenseitig? (Siehe auch die Bilder.)
14 Daniel wandte sich höflich an den König und bat um mehr Zeit. Dann informierte er seine Freunde. In dem Bericht heißt es: „Daniel bat sie, den Gott des Himmels wegen dieses Geheimnisses um Erbarmen anzuflehen, damit er und seine Freunde nicht … umkämen“ (Dan. 2:18). Jehova erhörte ihre Bitten und offenbarte Daniel den Traum und seine Bedeutung. So kamen Daniel und seine Freunde nicht nur mit dem Leben davon, sondern erhielten auch noch besondere Stellungen in Babylon (Dan. 2:19, 47-49).
Wie haben Daniels Freunde ihm geholfen, eine scheinbar unüberwindbare Herausforderung anzugehen? (Siehe Absatz 14)
15. Was können wir aus diesem Bericht für uns mitnehmen? (Galater 6:2).
15 Aus diesem Bericht kann man wertvolle Lektionen mitnehmen. Erstens: Du brauchst Prüfungen nicht allein anzugehen. Lass nie zu, dass dich Stolz oder Schamgefühle davon abhalten, Hilfe zu suchen. Zweitens: Du kannst andere ruhig bitten, wegen einer bestimmten Sache für dich zu beten (2. Kor. 1:11). Denk darüber nach, wie viel Gebete bewirken können. Der „Hörer des Gebets“ kann uns immer helfen, ganz gleich wie unüberwindbar eine Herausforderung erscheinen mag (Ps. 65:2; Eph. 3:20). Wenn unsere Freunde Jehova lieben, können wir uns in schweren Zeiten bei ihnen Kraft holen und auf ihre Unterstützung zählen. (Lies Galater 6:2.)
EIN ECHTER FREUND FÜR JEDE SITUATION
16. Welche Prüfung erlebte Daniel in hohem Alter?
16 Jehova ist ein echter Freund, der uns in jeder Lage beistehen kann, selbst wenn wir von anderen abgeschnitten sind. Das erlebte Daniel, als er ein alter Mann war, wahrscheinlich über 90. Inzwischen hatten die Meder und Perser Babylon erobert und er diente König Darius. Einige Männer am Königshof waren neidisch auf Daniels Position und wollten ihn aus dem Weg räumen. Sie brachten den König dazu, ein Gesetz zu erlassen, wonach man an niemanden außer dem König eine Bitte richten durfte. Daniel ließ sich davon nicht einschüchtern und wurde in die Löwengrube geworfen. Dort war er scheinbar allein – ohne einen Menschen, der ihm zur Seite stand (Dan. 6:4-16). Aber war er wirklich allein?
17. Wie wirkte sich Daniels enge Freundschaft zu Jehova aus? (Daniel 6:19-23).
17 Daniel 6:19-23 beschreibt das Wunder, durch das Daniel gerettet wurde. (Lies.) In der Löwengrube stand ihm der mächtigste Freund, den man nur haben kann – Jehova Gott –, zur Seite und rettete ihn vor den Raubtieren. Nachdem alles vorbei war, erzählte Daniel dem König: „Mein Gott hat seinen Engel geschickt und das Maul der Löwen verschlossen. Sie haben mir nichts getan, denn in seinen Augen war ich unschuldig“ (Dan. 6:22). Daniels unerschütterliches Vertrauen auf seinen besten Freund gab ihm Sicherheit, als sein Leben am seidenen Faden hing.
18. Warum ist es so wichtig, Jehovas Nähe zu suchen, und wie schaffen wir das? (Siehe auch die Bilder und den Kasten „Jehova – unser Vater, unser Gott und Freund“.)
18 Womöglich fühlst auch du dich gerade abgeschnitten von deiner Familie oder deinen Freunden. Vielleicht weil du in einer abgelegenen Gegend eingesetzt bist, unerwartet umziehen musstest, deine Gesundheit oder Kräfte dir Grenzen setzen oder auch weil du inhaftiert wurdest. In solchen oder ähnlichen Situationen kann man sich sehr einsam fühlen. Dann ist es ganz wichtig, daran zu denken, dass Gottes Freunde nie wirklich allein sind. Egal wo wir uns befinden – Jehova ist immer für uns da (Ps. 139:7-10). Vertraue darauf, dass Jehova dich sieht und dir zur Seite steht.
Ist ein Freund Gottes jemals völlig allein? (Siehe Absatz 18)
FREUNDE FÜRS LEBEN
19. Warum ist es heute so wichtig, unsere Freundschaften zu vertiefen? (1. Thessalonicher 5:2, 11).
19 Es ist heute ganz entscheidend, enge Freundschaften aufzubauen. Gute Freunde helfen uns gerade jetzt, wo „Jehovas Tag“ näher rückt, kluge Entscheidungen zu treffen. Sie machen uns Mut und bauen uns auf. (Lies 1. Thessalonicher 5:2, 11.) Petrus sagte: „Das Ende aller Dinge ist nah“ und forderte deshalb dazu auf: „Vor allem habt tiefe Liebe zueinander“ (1. Pet. 4:7, 8).
20. Was für Freunde sollten wir uns suchen und warum?
20 Gute Freunde sind ein Geschenk von Jehova, und wir brauchen sie mehr als je zuvor. Mach es wie Daniel und such dir aktiv Freunde. Schau dich in deiner Versammlung nach Menschen wie Jeremia um, die dich inspirieren und anleiten können. Such die Nähe zu Brüdern und Schwestern, die dich noch entschlossener machen, loyal zu Jehova zu stehen. Trau dich, andere zu fragen, ob sie für dich beten können. Und vergiss vor allem nicht, wer dein bester Freund ist: Jehova. Er wird dich nie im Stich lassen (Heb. 13:5). Gemeinsam und mit Jehova als unserem besten Freund können wir jeder Gefahr standhalten und Freundschaften genießen, die für immer bleiben.
LIED 161 Ich lebe nur für dich!
a Wir wenden diese Verse oft auf die Ehe an, doch in erster Linie betonen sie den Wert von Freundschaft.