15.-21. FEBRUAR 2027
LIED 16 Dankt Jehova für seinen Sohn, den Gesalbten
Steh wie Jesus für das Königreich Gottes als einzige Lösung ein
„Lass dein Königreich kommen“ (MAT. 6:10).
FOKUS
Was es bedeutet, politisch neutral zu sein, und wie wir das schaffen.
1-2. Warum hat sich Jesus aus politischen Kontroversen herausgehalten? (1. Petrus 2:21).
DIE ständigen politischen Veränderungen heute lösen bei vielen Unsicherheit aus. Auch Anbeter Jehovas befürchten vielleicht, ihre Arbeit zu verlieren, ungerecht oder sogar grausam behandelt zu werden oder Krieg zu erleben. Machst du dir Sorgen um dich und deine Familie? Wenn ja, was kannst du tun?
2 Jesus hat uns vorgelebt, wie wir uns in Zeiten politischer Instabilität verhalten sollten. (Lies 1. Petrus 2:21.) Auch er war von Unruhen und sozialen Ungerechtigkeiten umgeben. In diesem Klima politischer Unsicherheit rückte er Gottes Königreich als Lösung in den Vordergrund. Und er brachte seinen Nachfolgern bei, dasselbe zu tun (Mat. 4:23; 6:33; 10:7). Konsequenterweise stellte er sich bei den politischen Streitthemen der damaligen Welt auf keine Seite.
3. (a) Was bedeutet politische Neutralität? (b) Worum geht es in diesem Artikel?
3 Genau wie Jesus rücken wir Gottes Königreich als einzige Lösung für alle Probleme der Menschheit in den Vordergrund. Um diesen Standpunkt konsequent zu vertreten, müssen wir politisch neutral bleiben. Das bedeutet, dass wir uns in politischen Angelegenheiten auf keine Seite stellen. Dieser Artikel soll uns helfen, uns eng an das Vorbild von Jesus zu halten. Wir werden besprechen, wie er sich verhielt, als er die Gelegenheit gehabt hätte, sich in der Politik zu engagieren, gegen seine Feinde zu kämpfen und sich an politischen Gesprächen zu beteiligen.
JESUS LEHNTE ES AB, POLITISCH AKTIV ZU WERDEN
4. Wie war die politische Lage in Israel, als Jesus auf der Erde lebte?
4 Hätte Jesus Chancen auf eine politische Machtposition gehabt? Absolut. Damals war die politische Lage in Israel, wo Jesus predigte, äußerst instabil. Viele Juden waren auf der Suche nach einem Befreier von der Unterdrückung durch die Römer. Es hatte schon einige selbst ernannte „Messiasse“ gegeben, die Aufstände gegen Rom anführten – zum Teil mit gewaltsamen Mitteln (Apg. 5:37). Sie alle scheiterten. Doch die Juden erwarteten immer noch, dass der echte Messias sie von den Römern befreien und ein unabhängiges Königreich gründen würde.
5. Was erhofften sich viele Jünger?
5 Selbst Jesu Jünger und Freunde hofften, dass er sie von der Herrschaft der Römer befreien würde. Denken wir an die Frage von Johannes dem Täufer: „Bist du der, der kommen soll, oder sollen wir noch auf einen anderen warten?“ (Mat. 11:2, 3). Möglicherweise wollte Johannes wissen, ob Jesus die Hoffnung der Juden auf Befreiung bald erfüllen würde. Auch die zwei Jünger, die den auferweckten Jesus auf dem Weg nach Emmaus trafen, hatten gehofft, er würde Israel befreien (Luk. 24:21). Und kurz danach fragten ihn die Apostel: „Herr, stellst du jetzt das Königreich für Israel wieder her?“ (Apg. 1:6).
6. Wie reagierte Jesus, als man ihn zum König machen wollte? (Siehe auch das Bild.)
6 Es überrascht nicht, dass die Juden in Galiläa Jesus zum König machen wollten. Sie erkannten seine außergewöhnlichen Führungsqualitäten. Außerdem konnte er Kranke heilen und hatte gerade 5000 Männer sowie Frauen und Kinder durch ein Wunder mit Essen versorgt (Joh. 6:8-11). Nutzte Jesus diese Chance auf politische Macht? Der Apostel Johannes berichtet: „Da Jesus wusste, dass die Menschen drauf und dran waren, ihn mit aller Gewalt zum König zu machen, zog er sich wieder auf den Berg zurück – ganz allein“ (Joh. 6:14, 15).
Jesus ließ sich von den Galiläern nicht zum König machen (Siehe Absatz 6)
7. Warum ließ sich Jesus nicht zum König machen?
7 Die Leute waren sich sicher, dass Jesus mit politischer Macht endlich für Erleichterung sorgen könnte. Warum nahm er diese Gelegenheit nicht wahr? Jesus machte sich für die einzig wahre Lösung stark, Gottes Königreich. Ihm war bewusst: Selbst wenn es einzelne menschliche Regenten gut meinen, könnten sie nie für dauerhafte Erleichterung sorgen (Ps. 146:3). Er wusste auch, dass menschliche Regierungen zwar mit Gottes Zulassung bestehen, sie ihre Macht aber vom Teufel erhalten (Luk. 4:5, 6; Joh. 12:31; Offb. 13:2). Deshalb wurde Jesus nie ein Teil der Welt (Joh. 17:14). Er wollte kein politisches Amt übernehmen und ermutigte auch seine Nachfolger nie dazu. Stattdessen sollten sie ihren Vater im Himmel bitten: „Lass dein Königreich kommen“ (Mat. 6:9, 10).
8. Was sagte Jesus vor Pilatus über Gottes Königreich?
8 Kurz vor seinem Tod machte Jesus gegenüber dem römischen Statthalter Pontius Pilatus seine politisch neutrale Haltung deutlich. Auf dessen Frage „Bist du der König der Juden?“ antwortete er: „Mein Königreich ist kein Teil dieser Welt“ (Joh. 18:33, 36).a Dieses Königreich sollte seinen Regierungssitz im Himmel haben und würde in keiner Weise mit dem politischen System der Welt zusammenarbeiten. Deswegen stellte sich Jesus bei politischen Fragen nie auf irgendeine Seite.
9. Wie können wir uns beim Thema Politik an Jesus orientieren?
9 Wie Jesus bleiben wir als Christen politisch neutral. Wir respektieren die Regierung und bemühen uns, gute Bürger zu sein. Wir halten uns an die Landesgesetze und zahlen Steuern (Röm. 13:1, 7; Tit. 3:1; 1. Pet. 2:13, 14). Doch wir machen Gottes Königreich als die Regierung bekannt, die autorisiert und befähigt ist, die Probleme der Menschheit zu lösen. Weil dieses Königreich die Regierungsmacht über die Erde noch nicht voll ausübt, erleben Menschen überall Ungerechtigkeit und Leid (Pred. 4:1; Heb. 10:36). Aber als Nachfolger von Jesus versuchen wir nicht, diese Probleme mit politischen Mitteln anzugehen. Wir versuchen nicht, politische Entscheidungen mitzugestalten, weder indem wir selbst kandidieren noch indem wir einen Kandidaten wählen (Joh. 15:19; 17:16). Würden wir bei politischen Streitthemen Partei ergreifen, würden wir im Grunde Jehovas Königreich als die einzig wahre Lösung ablehnen.
JESUS GRIFF NICHT ZU GEWALT
10. Warum wollten die Oberpriester und die Pharisäer Jesus töten?
10 Politik steht oft in engem Zusammenhang mit gewaltsamen Konflikten und Kriegen. Doch Jesus brachte seinen Jüngern bei, nicht zu Gewalt zu greifen. Sehen wir uns dazu an, was sich kurz vor seinem Tod abspielte. Die Oberpriester und die Pharisäer hatten Pläne geschmiedet, ihn zu töten. Warum? Sie sahen in Jesus einen politischen und religiösen Rivalen, der ihre Machtposition bedrohte. „Wenn wir ihn so weitermachen lassen“, sagten sie, „werden alle an ihn glauben, und die Römer werden kommen und uns sowohl unsere heilige Stätte als auch unser Volk nehmen“ (Joh. 11:48-50, 53).
11. Warum ließ Jesus die Apostel in der Nacht seiner Festnahme Schwerter mitnehmen?
11 Jesus wusste, was seine Feinde vorhatten. Deshalb forderte er die Apostel beim letzten gemeinsamen Abendessen auf, sich mit Schwertern auszurüsten. Sie sagten: „Hier sind zwei Schwerter!“, worauf Jesus meinte: „Das reicht“ (Luk. 22:36-38). Würden zwei Schwerter wirklich ausreichen, um ihn gegen den „großen Trupp Männer“ zu verteidigen, der ihn später „mit Schwertern und Knüppeln bewaffnet“ festnehmen wollte? (Mat. 26:47). Wohl kaum. Aber zwei Schwerter würden reichen, damit Jesus ihnen eine wichtige Lektion vermitteln könnte.
12. Wie reagierte Jesus, als Petrus zum Schwert griff? (Siehe auch das Bild.)
12 Jesus wollte seinen Nachfolgern klarmachen, dass sie auf Verfolgung nicht mit Gewalt reagieren sollten. Um das zu verstehen, hätte es ausgereicht, Jesus bei seiner Festnahme zu beobachten. Er hat selbst nicht gekämpft und auch die Apostel nicht aufgefordert, die beiden Schwerter zu benutzen. Doch der impulsive Petrus zog sein Schwert und verletzte einen Sklaven des Hohen Priesters. Da sagte Jesus ganz deutlich: „Steck dein Schwert wieder weg, denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen“ (Mat. 26:51, 52). Jesus würde es also eindeutig nicht gutheißen, wenn seine Jünger sich an gewaltsamen politischen Konflikten beteiligen – sei es, um gegen Rom zu kämpfen oder gegen irgendein anderes Land.
Jesus brachte seinen Jüngern bei, nicht zu Gewalt zu greifen (Siehe Absatz 12)
13. Warum beteiligen sich Jehovas Zeugen nicht an gewaltsamen Konflikten? (Johannes 13:35; 17:11, 20-23).
13 Wir als Zeugen Jehovas nehmen uns an Jesus ein Beispiel und folgen seiner Anleitung. Bei den gewaltsamen Konflikten dieser Welt kämpfen wir weder mit noch unterstützen wir sie anderweitig. Wir würden sonst Jesu Aussage zum Thema Gewalt ignorieren. Außerdem würden wir die Liebe und die Einheit zerstören, die laut Jesu Worten seine wahren Nachfolger kennzeichnen. (Lies Johannes 13:35; 17:11, 20-23.) Und eine Beteiligung an solchen Konflikten würde bedeuten, politisch Stellung zu beziehen. Wie bereits erwähnt, bleiben wir aber neutral, weil wir Gottes Königreich unterstützen.
JESUS LIESS SICH NICHT AUF POLITISCHE DISKUSSIONEN EIN
14-15. Warum waren Steuern zur Zeit Jesu ein politisches Reizthema, und wie wollten seine Feinde ihm damit eine Falle stellen? (Matthäus 22:19-21).
14 Einmal wollten Jesu Feinde, dass er beim Thema Steuern Partei ergreift. Das war damals ein politisches Reizthema. Die Untertanen Roms fanden, dass die Regierung zu viele Steuern verlangte.b Den Juden war besonders die Kopfsteuer verhasst, weil auf der dafür verwendeten Münze der Kaiser abgebildet war. Das erinnerte sie immer wieder daran, dass sie unter römischer Herrschaft standen. Vor diesem Hintergrund fragten die Jünger der Pharisäer und die Parteianhänger von Herodes Jesus nach seinem Standpunkt.
15 In Wirklichkeit wollten sie ihm eine Falle stellen. Mit der Formulierung ihrer Frage zielten sie auf ein Ja oder Nein ab: „Ist es richtig, Cäsar Kopfsteuer zu zahlen, oder nicht?“ (Mat. 22:15-17). Ein Ja hätten die Leute falsch einordnen können und sie wären womöglich auf Jesus losgegangen. Bei einem Nein hätte man ihn wegen Aufruhr gegen Rom anklagen können. Jesus formulierte ganz bewusst eine Antwort, mit der er sich aus diesem politischen Streitthema heraushielt. (Lies Matthäus 22:19-21.)
16. Was ist wichtig, wenn wir große Ungerechtigkeiten sehen oder erleben? (Siehe auch das Bild und den Kasten „Im Herzen neutral bleiben“.)
16 Ganz sicher hatte Jesus Mitgefühl mit denen, die unter der ungerechten Steuerlast litten (Mat. 9:36). Doch als Unterstützer von Gottes Königreich stellte er sich auf keine Seite, nicht einmal durch das, was er sagte. Und weil wir seine Nachfolger sind, nehmen wir uns an ihm ein Beispiel. Wir sehen oder erleben zwar große Ungerechtigkeiten, aber wir wissen, dass Jehova die Situation genau wahrnimmt und dass sein Königreich die beste Lösung ist. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns wie Jesus nicht auf politische Diskussionen einlassen (Luk. 6:45).
Warum geht diese Schwester weg? (Siehe Absatz 16)
17. Warum ist es wichtig, dass wir nur Gottes Königreich in den Vordergrund rücken?
17 Wir wollen einzig und allein Gottes Königreich als Lösung für die heutigen Probleme in den Vordergrund rücken. Jehova hat ganz klar mitgeteilt, dass die Regenten der Welt – selbst die mit den besten Absichten – die Menschheit nicht von ihren Sorgen befreien können (Pred. 8:9; Jer. 10:23). Die Menschen sind deshalb wie ein aufgewühltes, tosendes Meer, das keinen Frieden findet (Jes. 17:12; 57:20, 21). Aber Jehovas himmlische Regierung mit Christus an der Spitze wird für Frieden, Gerechtigkeit und ewiges Glück sorgen. Bis dahin machen wir unserem Vater im Himmel große Freude, weil wir nicht irgendeine Regierung dieser Welt unterstützen, sondern etwas viel Besseres: das Königreich unter Jesus Christus (Zeph. 3:17).
18. Mit welchen Schwierigkeiten müssen wir rechnen, und worum geht es im nächsten Artikel?
18 Manchmal kann es allerdings sehr schwer sein, neutral zu bleiben. Vielleicht werden wir von staatlicher Seite unter Druck gesetzt, einer politischen Organisation beizutreten oder uns an einem Krieg zu beteiligen. Möglicherweise droht man uns sogar mit Inhaftierung, wenn wir uns nicht anpassen. Wie können wir uns jetzt auf den Fall vorbereiten, dass unsere Neutralität auf die Probe gestellt wird? Darum geht es im nächsten Artikel.
LIED 22 Dein Königreich regiert – es komme!
a Jesus konnte Gottes Königreich „mein Königreich“ nennen, weil Jehova ihn, den Messias, als König ausgewählt hatte.
b Dazu kam, dass unehrliche Steuereinnehmer oft mehr als die eigentliche Steuer verlangten und es so dem Volk noch schwerer machten (Luk. 19:2, 8).