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ScheidungEinsichten über die Heilige Schrift, Band 2
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Bei den Israeliten war es üblich, dass ein Mann für die Frau, die er heiratete, einen Brautpreis zahlte, weshalb sie als sein Besitz betrachtet wurde. Sie genoss zwar viele Vorrechte und Segnungen, spielte aber in der Ehegemeinschaft die untergeordnete Rolle. Das bestätigt 5. Mose 24:1-4, wo darauf hingewiesen wird, dass sich der Mann von seiner Frau scheiden lassen konnte, aber nichts davon gesagt wird, dass sich die Frau von ihrem Mann scheiden lassen konnte. Da sie als sein Besitz galt, konnte sie die Scheidung nicht verlangen. Nach außerbiblischen Berichten war König Herodes’ Schwester Salome die erste Frau in Israel, die ihrem Mann, dem Statthalter von Idumäa, einen Scheidebrief zusandte und so ihre Ehe auflöste (Jüdische Altertümer, 15. Buch, Kap. 7, Abs. 10, S. 334). Dass zu der Zeit, als Jesus auf der Erde war, Frauen begonnen hatten, ihre Ehe von sich aus aufzulösen, oder dass er diese Tendenz vorhersah, könnte seinen Worten entnommen werden: „Wenn eine Frau, nachdem sie sich von ihrem Mann scheiden ließ, je einen anderen heiratet, so begeht sie Ehebruch“ (Mar 10:12).
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ScheidungEinsichten über die Heilige Schrift, Band 2
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Wie Matthäus (Mat 19:3-9), so berichtet auch Markus über das Gespräch, das Christus mit den Pharisäern in Verbindung mit der Ehescheidung führte, und gibt dann die Antwort Jesu wie folgt wieder: „Wer immer sich von seiner Frau scheiden lässt und eine andere heiratet, begeht ihr gegenüber Ehebruch, und wenn eine Frau, nachdem sie sich von ihrem Mann scheiden ließ, je einen anderen heiratet, so begeht sie Ehebruch“ (Mar 10:11, 12). Ähnlich lauten die Worte in Lukas 16:18: „Jeder, der sich von seiner Frau scheiden lässt und eine andere heiratet, begeht Ehebruch, und wer eine von ihrem Mann Geschiedene heiratet, begeht Ehebruch.“ Für sich allein betrachtet, scheinen diese Verse zu besagen, dass sich Nachfolger Christi überhaupt nicht scheiden lassen dürfen, oder zumindest scheinen sie anzudeuten, dass ein Geschiedener nicht berechtigt ist, sich wieder zu verheiraten, außer nach dem Tod des geschiedenen Ehepartners. Die von Markus und Lukas aufgezeichneten Worte Jesu sollten jedoch im Licht der ausführlicheren Darlegung des Matthäus aufgefasst werden, der noch die Worte hinzufügt: „ausgenommen aufgrund von Hurerei“ (Mat 19:9; siehe auch Mat 5:32). Dadurch zeigt er, dass die von Markus und Lukas niedergeschriebenen Worte Jesu über die Ehescheidung Anwendung finden, wenn die Scheidung aus irgendeinem anderen Grund als Hurerei (pornéia) erfolgte.
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