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Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich (Studienausgabe) 2026
w26 August S. 20-25

26. OKTOBER–1. NOVEMBER 2026

LIED 62 Das neue Lied

Unser „Vorrecht …, furchtlos heiligen Dienst … zu tun“

Er hat einen mächtigen Retter hervorgebracht, um uns das Vorrecht zu gewähren, furchtlos heiligen Dienst zu tun (LUK. 1:69, 74).

FOKUS

Das Geschenk der Rettung bringt ein Vorrecht und eine Verantwortung mit sich.

1. Worum geht es in Sacharjas Prophezeiung?

„WAS wird wohl aus diesem Kind werden?“ (Luk. 1:57-66). Das fragten sich die Nachbarn und Verwandten nach der Geburt von Johannes. Der in die Jahre gekommene Priester Sacharja und seine ältere, bis dahin unfruchtbare Frau Elisabeth hatten ihn durch ein Wunder bekommen. Jehova ließ Sacharja die Frage beantworten: Johannes sollte Menschen helfen zu bereuen und sie darauf vorbereiten, den lang herbeigesehnten Messias, der bald erscheinen würde, zu erkennen und ihm zu folgen (Am. 3:7; Luk. 1:67-79). Aber Sacharja sprach nicht nur über die Aufgabe seines Sohnes.a Wie wir in diesem Artikel sehen werden, äußerte er eine Prophezeiung, die auch uns heute betrifft. Er erwähnte drei Dinge, die uns viel bedeuten sollten: das Geschenk der Rettung, das Vorrecht des heiligen Dienstes und die Verantwortung zu predigen.

DAS GESCHENK DER RETTUNG

2. (a) Welches Geschenk wurde in Lukas 1:67-73 angekündigt? (b) Wer ist der „mächtige Retter“ aus Lukas 1:69?

2 Lies Lukas 1:67-73. Gott hatte seinem Volk ein großartiges Geschenk versprochen: Rettung. Sacharja sagte: „Aus dem Haus seines Dieners David hat er [Jehova] für uns einen mächtigen Retter hervorgebracht“ (Luk. 1:69; siehe Studienanmerkung). Dieser „mächtige Retter“ war der Messias. Zur Zeit Sacharjas erwarteten die Juden den Messias bereits und wussten, dass er von Abraham abstammen und aus der Königslinie Davids kommen sollte (1. Mo. 22:17, 18; Mat. 22:42). Warum veranlasste Jehova dann Sacharja, über das Kommen dieses „mächtigen Retters“ zu sprechen? Weil die Ankunft des Messias kurz bevorstand. Sechs Monate später sollte eine junge Frau namens Maria Jesus zur Welt bringen, über den der Engel Gabriel sagte, dass er „Gottes Sohn“ genannt würde und als König auf dem „Thron Davids, seines Vaters“ regieren sollte (Luk. 1:30-35). Dieser „mächtige Retter“ wurde „hervorgebracht“, als sich Jesus im Alter von 30 Jahren taufen ließ. Bei dieser Gelegenheit salbte Jehova ihn mit heiligem Geist, wodurch er zum Messias wurde (Mat. 3:16, 17). Was für eine spannende Zeit!

3. Warum mussten die Juden des 1. Jahrhunderts gerettet werden?

3 Die Juden des 1. Jahrhunderts brauchten dringend Rettung. Vor wem oder aus welcher Lage? Vor ihren „Feinden“ und „Hassern“, wie Sacharja erklärte (Luk. 1:71). Würde sie Jesus also von der Unterdrückung durch die Römer befreien? Nein. Sie mussten von dem Hauptverursacher der Unterdrückung befreit werden: von Satan (Heb. 2:14, 15). Durch seinen Einfluss waren sie, ja alle Menschen, in die Sklaverei von Sünde und Tod geraten. Außerdem waren die Juden nicht in der Lage, das mosaische Gesetz vollkommen einzuhalten. Aus diesem Grund kamen sie unter einen Fluch, von dem sie befreit werden mussten (Röm. 3:20; Gal. 3:10, 13). Sie mussten „durch Sündenvergebung gerettet“ werden, und das versprach Jehova ihnen durch Sacharja (Luk. 1:77).

4. Vor wem und aus welcher Lage müssen wir heute gerettet werden?

4 Vor welchen Feinden müssen wir heute gerettet werden? Wie die Juden zur Zeit Jesu befinden wir uns in der Sklaverei von Sünde und Tod (Röm. 5:12). Außerdem verursachen Satan und die Dämonen Unterdrückung. Sie versuchen, uns in die Irre zu führen, in der Hoffnung, dass wir uns von der wahren Anbetung abwenden. Sie bringen sogar unsere „Hasser“ – seien es Einzelpersonen oder Organisationen – dazu, unserer Tätigkeit Widerstand zu leisten. Wir brauchen dringend Rettung vor diesen Feinden.

5. Wie befreit uns Jesus vom Fluch der Sünde?

5 Wie rettet Jesus uns? Sehen wir uns einmal an, wie er uns von Sünde befreit. Während seines Dienstes auf der Erde brachte Jesus seinen Nachfolgern bei, Jehova auf die richtige Art und Weise anzubeten. Dann gab er sein Leben als ein Lösegeld, „damit jeder, der an ihn glaubt, nicht vernichtet wird, sondern ewiges Leben hat“ (Joh. 3:16; Mat. 20:28). Wir geben unser Bestes, das zu praktizieren, was Jesus über die richtige Art der Anbetung gesagt hat. Aber da wir unvollkommen sind, gelingt es uns nicht immer, uns an Gottes Maßstäbe zu halten. Wenn wir Jehova dann um Vergebung bitten, kann er das Lösegeld auf uns anwenden und unsere Anbetung annehmen (1. Joh. 2:1, 2). So befreit unser Retter Jesus uns vom Fluch der Sünde.

6. Was wird Jesus als König auf dem „Thron Davids“ erreichen? (Siehe auch das Bild.)

6 Wie wird Jesus uns endgültig von Sünde und Tod, Satan und seinen Dämonen und unseren Hassern befreien? Seit 1914 regiert Jesus im Himmel auf dem „Thron Davids, seines Vaters“ (Luk. 1:32, 33). Als König von Gottes Königreich wird er in Armageddon zusammen mit seinen himmlischen Mitregenten und den heiligen Engeln alle Feinde Gottes auf der Erde vernichten. Während der 1000-Jahr-Herrschaft wird Jesus die Toten auferwecken und gemeinsam mit den 144 000 die Menschheit nach und nach zur Vollkommenheit führen (Joh. 5:28; Offb. 22:1, 2). Am Ende der 1000 Jahre werden wir unsere Erblast, Sünde und Tod, los sein (1. Kor. 15:26, 55-57). Satan, die Dämonen und alle, die sich in der Schlussprüfung auf ihre Seite stellen, werden dann von Jesus und den 144 000 vernichtet (Offb. 20:7-10). Alle, die treu bleiben, werden endlich eine ungetrübte Freundschaft zu Jehova haben – frei von Sünde und Tod oder irgendwelchen Anfeindungen. Wir werden unserem Gott für immer dankbar sein, dass er uns ein „unbeschreibliches Geschenk“ gemacht hat, zu dem die Rettung durch Jesus Christus gehört (2. Kor. 9:15).

Jesus als König von Gottes Königreich während der 1000-Jahr-Herrschaft; er streckt seine Hand Richtung Erde aus.

Jehovas Geschenk der Rettung durch Jesus Christus (Siehe Absatz 6)


DAS VORRECHT DES HEILIGEN DIENSTES

7. Welches Vorrecht haben wir gemäß Lukas 1:74, 75?

7 Lies Lukas 1:74, 75. Das Lösegeld, für das Jehova gesorgt hat, ermöglicht uns etwas ganz Besonderes: „das Vorrecht …, furchtlos heiligen Dienst für ihn zu tun“, wie Sacharja es ausdrückte. Unser „heiliger Dienst“ schließt alle Aspekte der wahren Anbetung ein. Wir verrichten heiligen Dienst für Jehova, wenn wir predigen, beten, die Bibel studieren und unsere Zusammenkünfte und Kongresse besuchen. Unser heiliger Dienst schließt auch noch andere Tätigkeiten ein, die mit unserer Anbetung zu tun haben, zum Beispiel den Betheldienst oder den Bau und die Instandhaltung von Königreichs­sälen und Kongresssälen.

8. Wovor brauchen wir keine Angst zu haben?

8 Was ist damit gemeint, dass wir unseren heiligen Dienst „furchtlos“ verrichten? Erstens brauchen wir keine Angst mehr vor dem Tod zu haben. Weil wir wissen, dass ewiges Leben vor uns liegt, können wir uns ganz auf den Willen Jehovas konzentrieren und müssen nicht alles aus dem heutigen kurzen Leben herausholen. Auch wenn Verfolger uns mit dem Tod drohen, lassen wir uns nicht von Angst lähmen. Wir bleiben zuversichtlich und treu, weil wir wissen: Selbst wenn wir sterben, wird Jesus uns zum Leben zurückbringen (Joh. 6:39, 40). Zweitens brauchen wir keine Angst zu haben, dass Jehova uns wegen unserer Fehler und Schwächen ablehnt. Wir sind davon überzeugt, dass er uns auf der Grundlage des Lösegelds vergibt, und spüren seine Liebe und Anerkennung (1. Joh. 4:9, 10).

9. Womit haben einige zu kämpfen?

9 Manchen fällt es schwer, zu glauben, dass Jehova ihre Anbetung annimmt. Vielleicht haben sie das Gefühl, seine Anerkennung nicht zu verdienen, zum Beispiel weil sie in der Vergangenheit etwas Traumatisches erlebt haben. Oder es quälen sie Schuldgefühle, obwohl sie längst Jehovas Vergebung und die Hilfe der Ältesten gesucht haben. Was kann man in so einer Situation tun?

10-11. Was kann man tun, wenn man sich wegen seiner Fehler zerschlagen fühlt und am Boden ist? Veranschauliche es.

10 Dazu ein Vergleich. Jemand kommt mit einem gebrochenen Bein zum Arzt. Nachdem das Bein behandelt worden ist, verschreibt der Arzt Physiotherapie, damit der Patient Kraft und Mobilität zurückgewinnt und schließlich wieder laufen kann. Was aber, wenn der Patient Angst hat, dass sein Bein nie wieder so belastbar wird wie vorher? Er muss seinem Arzt vertrauen und geduldig den Therapieplan einhalten. Meistens ist dann nach einer gewissen Zeit alles verheilt und er kann wieder laufen oder sogar rennen.

11 Ähnlich ist es, wenn du dich wegen deiner Fehler zerschlagen fühlst und am Boden bist. Vertraue darauf, dass Jehova in seiner unverdienten Güte und Barmherzigkeit die heilende Kraft des Lösegelds auf dich anwendet (Joh. 1:16, 17; Röm. 3:23, 24; 1. Joh. 3:19, 20). Halte dich an den „Therapieplan“: Gebet, Studium und andere Glaubens­aktivitäten (Ps. 1:2; 1. Thes. 5:17; Heb. 10:25). Wie bei einer buchstäblichen Verletzung kann die Heilung Zeit in Anspruch nehmen und die Fortschritte sind oft nicht gleich wahrnehmbar. Aber gib dem Heilungsprozess eine Chance. Vertraue auf Jehova und gib dich nicht auf. Behalte deine Glaubensroutine bei (Phil. 3:16). Und bedank dich jeden Tag bei Jehova für die Kraft, ihm weiter treu zu dienen. Wir können Gott und Christus wirklich dankbar sein, dass wir furchtlos heiligen Dienst tun dürfen!

DIE VERANTWORTUNG ZU PREDIGEN

12. Wie bereitete Johannes der Täufer die Wege Jehovas vor? (Lukas 1:76-79).

12 Lies Lukas 1:76-79. Als Nächstes sagt Sacharja zu seinem neugeborenen Sohn: „Du wirst Jehova vorausgehen, um seine Wege vorzubereiten.“ Wie hat sich das erfüllt? Als Erwachsener war Johannes der Täufer ein eifriger Prediger. Er legte den Juden dringend ans Herz, ihre Sünden zu bereuen, sich taufen zu lassen und den kommenden Messias anzuerkennen. Nachdem er Jesus getauft hatte, identifizierte er ihn öffentlich als Jehovas Repräsentanten. Er sagte: „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!“ Dann forderte Johannes seine eigenen Jünger auf, Jesus, dem Messias, zu folgen (Joh. 1:29, 34-36, 40, 41).

13. Warum war der Messias für Gottes Volk „ein Morgenlicht“?

13 Johannes hatte zwar deutlich gemacht, dass Jesus der Messias ist, aber es waren mehr Zeugen nötig. Warum? Sacharja bezeichnete den Messias als „ein Morgenlicht“. Sein Erscheinen wäre der Anbruch einer neuen Epoche, ein außergewöhnliches Ereignis. Diese großartige Nachricht sollte so weit verbreitet werden wie nur möglich – und das konnte Johannes als Einzelner gar nicht leisten. Wer könnte sich noch an der Verbreitung der Rettungsbotschaft beteiligen?

14. Welche wichtige Tätigkeit verrichteten Jesus und seine Jünger? (Jesaja 61:1, 2).

14 Jesus ging als Zeuge führend voran. Wie von Sacharja angekündigt, kam er, „um denen Licht zu geben, die im Finstern und im Todesschatten sitzen“. Jesus hatte tiefes Mitgefühl mit dem unterdrückten Volk. Er tröstete die Menschen mit der hell leuchtenden Botschaft über „Jehovas Jahr des Wohlwollens“. (Lies Jesaja 61:1, 2; Luk. 4:16-21.) Voller Eifer machte er bekannt: „Das Königreich des Himmels ist nah.“ Doch ihm war auch bewusst, dass noch viele weitere Verkündiger benötigt würden. Deshalb schulte er seine Jünger darin, diese Botschaft zu predigen (Mat. 4:16, 17; 10:7; 28:19, 20).

15. Warum ist das Predigen heute wichtiger denn je?

15 Als Jesu Nachfolger sehen auch wir es als Ehre und als unsere Verantwortung, Jehovas Rettungsbotschaft bekannt zu machen. Mit anderen über das Lösegeld und über Gottes Königreich zu sprechen, ist heute wichtiger denn je. Denken wir daran, was der Menschheit bevorsteht: „eine große Drangsal, wie es sie von Anfang der Welt bis jetzt nicht gegeben hat“ (Mat. 24:21). Möglicherweise werden in dieser Zeit noch mehr Menschen auf die Rettungsbotschaft reagieren und sich für Jehova entscheiden, weil sie sich an unsere Worte erinnern. Jesus wird schließlich mit seinen Mitregenten und den Engeln gegen alle Feinde auf der Erde kämpfen und den treuen Anbetern Jehovas Leben in der neuen Welt ermöglichen (Mat. 25:34; Offb. 16:16; 19:19). Es ist also wirklich wichtig, dass Menschen jetzt von der guten Botschaft erfahren (Mat. 24:14; Mar. 13:10).

16. Wozu bist du entschlossen? (Siehe auch die Bilder.)

16 Sacharjas Worte in Lukas 1:68-79 erinnern uns an drei Dinge, die uns viel bedeuten: Jehovas großartiges Geschenk der Rettung, das Vorrecht, ihm furchtlos zu dienen, und die Verantwortung, eine Botschaft des Trostes zu predigen. Hast du durch Glauben an Jesu Opfer und durch deine Hingabe Gottes Geschenk der Rettung angenommen? Schätzt du das Vorrecht, Jehova zu dienen? Dann nimm voller Eifer die Verantwortung wahr, „Jehovas Jahr des Wohlwollens“ bekannt zu machen. Verbreite die gute Botschaft von seinem „Tag der Rache“, an dem sein Königreich alle Feinde beseitigen und auf der Erde ein Paradies herbeiführen wird. Motiviere alle, die Liebe zu Gott haben, zusammen mit uns „furchtlos heiligen Dienst für ihn zu tun, und zwar unser Leben lang in Loyalität und Gerechtigkeit“ (Luk. 1:74, 75).

Collage: Verschiedene Arten, die gute Botschaft bekannt zu machen. 1. Zwei Schwestern arbeiten im Haus-zu-Haus-Dienst mit dem Traktat „Das Reich Gottes wird alle Probleme lösen“. 2. Ein Bruder zeigt seinem Kollegen in der Werkstatt während der Pause etwas auf seinem Handy. 3. Eine junge Schwester hält vor der Klasse und dem Lehrer eine Präsentation über die Schöpfung.

Wenn wir Gottes Geschenk annehmen und unser Vorrecht schätzen, werden wir unsere Verantwortung zu predigen gern wahrnehmen (Siehe Absatz 16)b

WIE WÜRDEST DU GESTÜTZT AUF LUKAS 1:68-79 ANTWORTEN?

  • Welches besondere Geschenk hat Jehova uns gemacht?

  • Welches Vorrecht wird durch Jesu Opfer möglich?

  • Welche Verantwortung haben wir?

LIED 159 Jehova steht alle Ehre zu

a Sacharjas Prophezeiung findet man in dem mit Lukas 1:67 verlinkten Auszug aus Die gute Botschaft von Jesus: Folge 1.

b BILDBESCHREIBUNG: Auf dem ersten Foto sieht man zwei Schwestern im Haus-zu-Haus-Dienst. Das zweite Foto zeigt einen Bruder, der in der Pause mit einem Arbeitskollegen über die Wahrheit spricht. Das dritte Foto zeigt eine Schwester bei einer Präsentation in der Schule. Sie führt Argumente für einen Schöpfer an. Der Lehrer und die anderen Schüler hören aufmerksam zu.

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