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Vorherbestimmung, VorherwissenEinsichten über die Heilige Schrift, Band 2
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Prädestinationslehre. Die Ansicht, dass Gott von seinem Vorherwissen uneingeschränkt Gebrauch macht und dass er das Leben und das Geschick jedes Menschen vorherbestimmt, ist als Prädestinationslehre bekannt. Die Verfechter dieser Lehre folgern, dass Gott wegen seiner Göttlichkeit und Vollkommenheit allwissend sein müsse, und zwar nicht nur hinsichtlich der Vergangenheit und der Gegenwart, sondern auch hinsichtlich der Zukunft. Würde er nicht alles bis ins kleinste Detail vorherwissen, so wäre das gemäß dieser Ansicht ein Beweis für Unvollkommenheit. Beispiele wie der Fall der Zwillingssöhne Isaaks, Esau und Jakob, werden als Beweis dafür angeführt, dass Gott das Leben gewisser Menschen schon vor ihrer Geburt vorherbestimmt (Rö 9:10-13), und Texte wie Epheser 1:4, 5 werden zitiert, um zu beweisen, dass Gott die Zukunft aller seiner Geschöpfe schon vor Beginn der Schöpfung vorherwusste und vorherbestimmte.
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Vorherbestimmung, VorherwissenEinsichten über die Heilige Schrift, Band 2
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Auch bei Esau und Jakob wurde durch Gottes Vorherwissen nicht ihr endgültiges Geschick festgelegt, sondern lediglich vorherbestimmt, welche der beiden aus den zwei Söhnen hervorgehenden Völkerschaften die Vorherrschaft über die andere erlangen würde (1Mo 25:23-26). Dadurch wurde ferner darauf hingewiesen, dass Jakob das Erstgeburtsrecht erhalten würde, mit dem das Vorrecht verbunden war, Teil der Abstammungslinie zu werden, aus der der abrahamische „Same“ hervorgehen sollte (1Mo 27:29; 28:13, 14). Auf diese Weise gab Jehova deutlich zu verstehen, dass er beim Auswählen von Einzelpersonen für bestimmte Zwecke nicht – wie man erwarten könnte – an gewisse Bräuche oder Verfahrensweisen gebunden ist. Ebenso wenig werden die von Gott gewährten Vorrechte einem Menschen ausschließlich aufgrund von Werken verliehen, sodass dieser denken könnte, er hätte das Recht darauf verdient und könnte Anspruch darauf erheben. Diesen Gedanken betonte der Apostel Paulus, als er erklärte, warum Gott durch seine unverdiente Güte den nichtjüdischen Nationen Vorrechte einräumen konnte, die früher anscheinend dem Volk Israel vorbehalten waren (Rö 9:1-6, 10-13, 30-32).
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