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  • „Friede sei mit euch!“
    Der Wachtturm 1988 | 15. Februar
    • 4. Wie können Jehovas Diener in der heutigen kritischen Zeit den Frieden in Sinn und Herz bewahren?

      4 Wir leben in der Zeit des Endes, in ‘kritischen Zeiten, mit denen man schwer fertig wird’ (2. Timotheus 3:1). Die in der Offenbarung vorausgesagten Reiter befinden sich auf ihrem Ritt über die Erde. Das ist an den Kriegen, Hungersnöten und tödlichen Krankheiten zu erkennen (Offenbarung 6:3-8). Jehovas Diener bleiben von den Verhältnissen in ihrer Umwelt nicht unberührt. Wie können sie daher den göttlichen Frieden in Sinn und Herz bewahren? Indem sie sich eng an den großen Quell des Trostes und des Friedens halten. Dazu ist, wie im vorangegangenen Artikel gezeigt wurde, häufiges Gebet und Flehen erforderlich. Dann wird, wie der Apostel Paulus schrieb, „der Frieden Gottes, der alles Denken übertrifft, ... euer Herz und eure Denkkraft durch Christus Jesus behüten“ (Philipper 4:6, 7).

      5. Warum war Paulus davon überzeugt, daß der „Frieden Gottes“ unser Herz zu behüten vermag?

      5 Paulus hatte selbst Gefahren und Schwierigkeiten durchgestanden. Er war im Gefängnis gewesen und von Juden und Römern geschlagen worden. Man hatte ihn gesteinigt und bereits für tot gehalten. Damals war das Reisen gefährlich; Paulus erlitt dreimal Schiffbruch, und oftmals war er in Gefahren von Wegelagerern. Er verbrachte viele schlaflose Nächte und litt häufig unter Kälte, Hunger und Durst. Zu all diesem kam noch „die Sorge um alle Versammlungen“ hinzu (2. Korinther 11:24-28). Paulus wußte also aus vielfältigen persönlichen Erfahrungen, wie wichtig der „Frieden Gottes“ ist, der unser Herz zu behüten vermag.

      6. Warum ist es lebenswichtig, ein inniges, vertrautes Verhältnis zu unserem Schöpfer herzustellen und aufrechtzuerhalten?

      6 Der „Frieden Gottes“ kann als eine innere Ruhe und Gelassenheit erklärt werden, die auf einem guten Verhältnis zu Gott beruht. Dieses gute Verhältnis zu Gott ist für Christen vor allem unter Verfolgung oder in Drangsal von Bedeutung. Warum? Da wir alle unvollkommen sind, ist es leicht möglich, daß wir bei Problemen oder starker Belastung, bei Gegnerschaft oder irgendwelchen Rückschlägen in Furcht geraten. Das könnte dazu führen, daß wir unsere Lauterkeit nicht bewahren. Dadurch käme Schmach auf den Namen Gottes, es würde uns die Gunst Jehovas kosten und könnte sogar zum Verlust des ewigen Lebens führen. Es ist also lebenswichtig, nach dem „Frieden Gottes“ zu streben, der uns helfen wird, solchen Herausforderungen erfolgreich zu begegnen. Dieser Frieden gehört mit Sicherheit zu den ‘guten Gaben und vollkommenen Geschenken’, die von unserem himmlischen Vater kommen (Jakobus 1:17).

      7, 8. (a) Worauf beruht der „Frieden Gottes“, und inwiefern ‘übertrifft er alles Denken’? (b) Wie zeigte sich ein solch beispielhafter Frieden bei einem Bruder in Afrika?

      7 Vielleicht hast du schon Menschen beobachtet, die mit Ruhe und Zuversicht durchs Leben gehen. Oft ist dies einer natürlichen Fähigkeit zuzuschreiben oder dem Einfluß der Familie, einem gewissen Wohlstand, der Erziehung oder ähnlichen Faktoren. Bei dem „Frieden Gottes“ verhält es sich ganz anders. Er beruht weder auf günstigen Umständen, noch ist er das Ergebnis menschlicher Fähigkeiten oder Überlegungen. Er stammt von Gott und ‘übertrifft alles Denken’. Nach J. B. Phillips lautet die Wiedergabe von Philipper 4:7: „Der Frieden Gottes ... übersteigt den menschlichen Verstand.“ Weltlichgesinnte Menschen sind oft erstaunt darüber, wie Christen schwerwiegende Probleme angehen, Mißhandlungen ertragen oder sogar dem Tod ins Auge sehen.

      8 Ein neuzeitliches Beispiel dafür ist ein Zeuge Jehovas aus einem afrikanischen Land, in dem die Zeugen hauptsächlich auf Anstiften einheimischer Katholiken angeklagt wurden, Terroristen zu sein. Er leitete gerade eine Zusammenkunft, als plötzlich Militärpolizei mit aufgepflanztem Bajonett erschien. Die Polizisten schickten die Frauen und Kinder nach Hause und fingen an, die Männer zu schlagen. Der Zeuge erinnert sich: „Mir fehlen die Worte, um die Mißhandlungen zu beschreiben. Der verantwortliche Obergefreite sagte uns unverblümt, daß wir totgeschlagen würden. ... man versetzte mir mit einem Holzknüppel solche Schläge, daß ich später 90 Tage lang Blut erbrach. Aber hauptsächlich war ich in diesem Moment um das Leben meiner Brüder besorgt ... Ich betete zu Jehova, er möge doch ihr Leben — das Leben seiner Schafe — beschützen.“ Und sie überlebten alle. Welch ein Beispiel für die Bewahrung der Ruhe in einer schrecklichen Notlage und für die Sorge um andere! Ja, unser liebevoller himmlischer Vater erhört die Bitten seiner treuen Diener und schenkt ihnen seinen Frieden. Einer der verblüfften Soldaten sagte, der Gott der Zeugen müsse der wahre Gott sein.

      9. Wie kann sich das Bibellesen und das Nachsinnen über das Gelesene auswirken?

      9 In der heutigen schwierigen Zeit haben viele Christen Probleme, die sie bedrücken und entmutigen. Eine vorzügliche Möglichkeit, den Herzensfrieden zu bewahren, besteht darin, daß man in der Bibel liest und über das Gelesene nachsinnt. Dadurch kann man mit der nötigen Kraft und Entschlossenheit erfüllt werden, voranzudrängen und standhaft zu bleiben. „Das Wort Gottes ist lebendig und übt Macht aus“ (Hebräer 4:12).

      10. Inwiefern könnte die Erinnerung an Schriftstellen ein Segen sein?

      10 Was aber, wenn wir in eine mißliche Lage geraten und die Bibel nicht zur Verfügung haben? Ein Christ könnte beispielsweise plötzlich verhaftet werden und ins Gefängnis kommen, ohne eine Bibel bei sich zu haben. In einem solchen Fall wäre es ein wahrer Segen, sich an Texte wie Philipper 4:6, 7, Sprüche 3:5, 6, 1. Petrus 5:6, 7 und Psalm 23 erinnern zu können. Wärst du nicht sehr dankbar, wenn du dich an solche Schriftstellen erinnern und darüber nachsinnen könntest? In der grausigen Gefängnisatmosphäre wäre das, als ob Jehova persönlich zu dir sprechen würde. Gottes Wort kann einen verwundeten Sinn heilen, ein ermattetes Herz stärken und Angstgefühle durch Frieden ersetzen. (Siehe Psalm 119:165.) Ja, es ist sehr wichtig, daß wir uns Schriftstellen einprägen, solange wir noch die Möglichkeit dazu haben.

      11. Wie bekundete ein Bruder von den Niederlanden ein Verlangen nach geistiger Speise?

      11 Arthur Winkler von den Niederlanden hatte große Wertschätzung für die Bibel, besonders in der Zeit der nationalsozialistischen Besetzung, als Jehovas Zeugen gezwungen waren, ihre christliche Tätigkeit im Untergrund durchzuführen. Die Gestapo machte regelrecht Jagd auf Bruder Winkler. Als sie schließlich seiner habhaft wurde, versuchte sie erfolglos, ihn zur Zusammenarbeit zu überreden. Daraufhin schlug man ihn so lange, bis er das Bewußtsein verlor. Mit ausgeschlagenen Zähnen, ausgerenktem Unterkiefer und einem wundgeschlagenen Körper wurde er in eine Dunkelzelle gebracht. Ein Wärter war jedoch mitfühlend und freundlich. Bruder Winkler betete zu Jehova um Führung. Er verspürte ein großes Verlangen nach geistiger Speise und bat den Wärter um Hilfe. Später flog die Zellentür auf, und jemand warf eine Bibel in die Zelle. „Wie glücklich war ich doch“, berichtete Bruder Winkler, „täglich die wohltuenden Worte der Wahrheit ... zu lesen! ... ich merkte, wie ich geistig gestärkt wurde.“a

      Göttlicher Frieden wird dich behüten

      12. Warum müssen wir besonders unser Herz und unsere Denkkraft behüten?

      12 Jehova verspricht, daß sein Frieden ‘unser Herz und unsere Denkkraft behüten’ wird (Philipper 4:7). Das ist außerordentlich wichtig. Das Herz ist der Sitz der Beweggründe und Empfindungen. In den heutigen letzten Tagen kann unser Herz ohne weiteres durch Furcht oder Angst geschwächt werden oder uns zum Sündigen verleiten. Der Lebensstil der Allgemeinheit verliert zusehends an Niveau. Deshalb müssen wir ständig auf der Hut sein. Außer daß wir ein starkes Herz benötigen, müssen wir auch unsere „Denkkraft“ von Gott durch sein Wort und seine Versammlung beeinflussen und stärken lassen.

      13. Von welchem Nutzen kann es sein, die Denkkraft zu behüten?

      13 Nach Professor Dr. Hermann Menge hat das griechische Wort nóema (mit „Denkkraft“ wiedergegeben) den Sinn von „Entschluß“ oder „Plan“ (Menge-Güthling, Langenscheidts Großwörterbuch Griechisch-Deutsch). Demnach kann uns der „Frieden Gottes“ in unserer christlichen Entschlossenheit oder Zielsetzung stärken, uns vor jeglicher Neigung zum Wankelmut schützen und uns davon zurückhalten, ohne guten Grund unsere Meinung zu ändern. Entmutigung oder Probleme bringen uns dann nicht so leicht aus dem Konzept. Wenn wir zum Beispiel beabsichtigen, Jehova auf besondere Weise zu dienen (vielleicht im Vollzeitdienst als Pionier oder in einer Gegend, wo großer Bedarf an Dienern Gottes besteht), wird uns der „Frieden Gottes“ eine große Hilfe sein, dieses Ziel beharrlich anzustreben. (Vergleiche Lukas 1:3; Apostelgeschichte 15:36; 19:21; Römer 15:22-24, 28; 1. Thessalonicher 2:1, 18.) Nimm dir zur weiteren Stärkung deiner Denkkraft reichlich Zeit, Gottes Wort zu studieren und christliche Gemeinschaft zu pflegen. Auf diese Weise füllst du deinen Sinn und dein Herz mit reinen, erbauenden Gedanken. Bist du in der Lage, genügend Zeit für das Studium der inspirierten „Reden“ Gottes einzusetzen? Solltest du ihnen mehr Aufmerksamkeit schenken?

      14. Welchen inspirierten Rat sollten wir gewissenhaft beachten, und warum?

      14 Wie du siehst, sind sowohl das Herz als auch der Sinn oder die Denkkraft einbezogen, wenn es darum geht, den „Frieden Gottes“ zu erlangen und daraus Nutzen zu ziehen. Das kommt in dem göttlichen Rat zum Ausdruck: „Mein Sohn, merke doch auf meine Worte. Zu meinen Reden neige dein Ohr. Mögen sie nicht aus deinen Augen weichen. Bewahre sie im Innern deines Herzens. Denn sie sind Leben denen, die sie finden, und Gesundheit ihrem ganzen Fleisch. Mehr als alles sonst, was zu behüten ist, behüte dein Herz, denn aus ihm sind die Quellen des Lebens“ (Sprüche 4:20-23).

      15. Welche Rolle spielt Jesus, was den „Frieden Gottes“ betrifft?

      15 Der „Frieden Gottes“, der sich aus einem innigen, vertrauten Verhältnis zu Jehova ergibt, behütet unser Herz und unsere Denkkraft „durch Christus Jesus“ (Philipper 4:7). Welche Rolle spielt Jesus dabei? Paulus erklärte: „Unverdiente Güte und Friede sei euch von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Er hat sich selbst für unsere Sünden hingegeben, damit er uns befreie von dem gegenwärtigen bösen System der Dinge gemäß dem Willen unseres Gottes und Vaters“ (Galater 1:3, 4). Ja, Jesus gab liebevollerweise sein Leben, damit wir losgekauft werden könnten (Matthäus 20:28). „Durch Christus Jesus“ ist es uns also möglich, für Jehova annehmbar zu sein und uns als seine ihm hingegebenen Diener des göttlichen Friedens zu erfreuen, der uns behüten kann.

  • „Friede sei mit euch!“
    Der Wachtturm 1988 | 15. Februar
    • 20. Was sollte jemand tun, der eine schwere Sünde begangen hat?

      20 Wer sich einer schweren Sünde schuldig macht und sie zudeckt, wird zweifellos die Anerkennung Jehovas verlieren und den „Frieden Gottes“, den er einmal hatte, einbüßen. Auch wird er keinen Herzensfrieden mehr haben. (Vergleiche 2. Samuel 24:10; Matthäus 6:22, 23.) Daraus erkennst du, daß es für einen Christen, der eine schwerwiegende Sünde begangen hat, unbedingt erforderlich ist, seine Sünde sowohl Jehova zu bekennen als auch liebevollen Ältesten, die seine geistige Gesundung fördern können (Jesaja 1:18, 19; 32:1, 2; Jakobus 5:14, 15). Wer auf dem schlüpfrigen Pfad der Sünde sein geistiges Gleichgewicht verloren hat, aber die Hilfe reifer Brüder sucht, wird weder ein beunruhigtes Gewissen haben noch auf den „Frieden Gottes“ verzichten müssen.

      21. Welche Ursache zu großer Dankbarkeit gegenüber Jehova haben wir heute, und wozu sollten wir entschlossen sein?

      21 Welch ein Vorrecht es doch ist, heute ein getaufter Zeuge Jehovas zu sein! Alles, was uns in der satanischen Welt umgibt, bricht zusammen und zerfällt zu einem großen Scherbenhaufen. Bald wird die Welt vergehen. Viele Menschen sind „ohnmächtig ... vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über die bewohnte Erde kommen“. Aber wir können unsere Häupter emporheben, weil wir wissen, daß unsere „Befreiung naht“ (Lukas 21:25-28). Tun wir daher unser Äußerstes, dem „Gott, der Frieden gibt“, treu zu dienen und so zu zeigen, wie dankbar wir Jehova sind für seinen „Frieden ..., der alles Denken übertrifft“ (Römer 15:33; 1. Korinther 15:58).

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