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  • Die geheimnisvollen Apokalyptischen Reiter
    Der Wachtturm 1986 | 1. Januar
    • Solche Reiter und ihre Pferde sind beeindruckend. Der Anblick der Pferde und der Reiter, die der Schreiber des Buches der Offenbarung (oder Apokalypse) sah, läßt uns jedoch erschauern. Sie sind ebenso geheimnisvoll wie scheueinflößend. Die Reiter sind allgemein unter der Bezeichnung „Apokalyptische Reiter“ bekannt.

      Stell dir vier geschickte Reiter vor, die in diesem Augenblick mit donnerndem Hufschlag auf dich zukommen. Einer von ihnen schwingt sogar ein Schwert. Beachte auch die Farbe ihrer Pferde. Jedes sieht anders aus. Ein Pferd ist weiß, eines rot, ein anderes schwarz, und ein kränklich aussehendes Pferd ist fahl. Sie bieten einen wirklich seltsamen, geheimnisvollen Anblick.

      Verfolge den gedrängten Bericht über das, was der Apostel Johannes, der Schreiber dieses Bibelbuches, sah: „Ich schaute: Da — EIN WEISSES ROSS! Und der auf ihm reitet, hält einen Bogen in der Hand, und eine Krone wurde ihm gegeben, und er zog aus, ein Sieger, um den Sieg zu erringen. ... Da zog ein anderes Roß aus, FEUERROT, und dem, der auf ihm ritt, wurde gegeben, den Frieden von der Erde zu nehmen, daß sie einander umbrächten; und ein großes Schwert wurde ihm gegeben. ... Und ich schaute: Da — EIN SCHWARZES ROSS! Und der auf ihm reitet, hält eine Waage in seiner Hand. Und ich hörte ... sagen: ‚Ein Maß Weizen für ein Silberstück [ein Tageslohn] — drei Maß Gerste für ein Silberstück! ...‘ Und ich schaute: Da — ein fahles Roß! Und der auf ihm reitet, heißt Tod, und das Totenreich folgte ihm. Und es wurde ihnen Vollmacht über ein Viertel der Erde gegeben, zu töten mit Schwert und mit Hunger, durch Pest und wilde Tiere“ (Offenbarung 6:2-8, Wilckens).

      Seit der Niederschrift dieser Vision haben zahllose Leser versucht, die Bedeutung der geheimnisvollen Pferde und ihrer Reiter zu enträtseln. Was stellen sie dar? Wann begann ihr Ritt? Wirkt sich ihr Ritt irgendwie auf unser Leben aus? Es gibt unzählige Erklärungen, was die Pferde und ihre Reiter darstellen könnten und wann ihr Ritt begann.

      Bei dem weißen Pferd und seinem Reiter gehen die Deutungen am weitesten auseinander. Zum Beispiel wird in der New Catholic Encyclopedia erklärt, das weiße Pferd stelle entweder den Sieg des Evangeliums oder den Sieg des Imperialismus dar.

      In dem Buch Daniel and the Revelation (Daniel und die Offenbarung) gibt Uriah Smith folgende Erklärung: „Ein weißes Pferd ... ist ein passendes Sinnbild für den Triumph des Evangeliums im ersten Jahrhundert ... Die weiße Farbe des Pferdes zeigt die Reinheit des Glaubens zu jener Zeit an.“

      In der Expositor’s Bible heißt es dazu: „Mit dem ersten Reiter wird uns nicht die Person, sondern die Sache Christi vorgestellt, und zwar in der ersten Phase ihres siegreichen Vordringens und mit der Verheißung des zukünftigen Triumphs. ... Wir erfahren, daß diese Sache in der Welt ist, daß sich dieses Königreich in unserer Mitte befindet und daß diejenigen, die ihm Widerstand leisten, eine Niederlage erleiden werden.“ Woodrow Kroll von der Christian Jew Foundation ist dagegen der Meinung, daß es sich bei dem Reiter auf dem weißen Pferd um den Antichristen handelt.

  • Die Bedeutung der geheimnisvollen Reiter
    Der Wachtturm 1986 | 1. Januar
    • WER kann die Bedeutung der geheimnisvollen Apokalyptischen Reiter erklären? In der Bibel, und zwar in Daniel 2:47, wird Jehova Gott „ein Offenbarer von Geheimnissen“ genannt. Da er die Bibel einschließlich der Vision von den Reitern inspiriert hat, kann er den nötigen Aufschluß geben. Wenn wir daher in seinem geoffenbarten Wort nach Hinweisen suchen, ist es uns möglich, die Bedeutung der verschiedenfarbigen Pferde und ihrer Reiter zu enträtseln (Amos 3:7; 2. Timotheus 3:16; 2. Petrus 1:21).

      Die ersten drei Verse der Offenbarung oder Apokalypse liefern einen Schlüssel, der uns hilft, das Geheimnis zu lüften. Sie zeigen, daß es sich bei der Offenbarung um aufeinanderfolgende Visionen handelt, die zukünftige Ereignisse betreffen, das heißt Ereignisse, die nach 96 u. Z. eintreten sollten, dem Jahr, in dem der Apostel Johannes die Visionen sah und niederschrieb. Das ist auch im Einklang mit seiner Erklärung in Offenbarung 1:10, daß sich alles, was er in den Visionen sah, erst ereignen sollte, nachdem der „Tag des Herrn“ begonnen hätte. (Vergleiche 1. Korinther 1:8; 5:5.)

      Mit diesem Gedanken im Sinn werden wir die Pferde und ihre Reiter unter die Lupe nehmen. Zunächst benötigen wir das richtige Verständnis über das weiße Pferd und seinen Reiter. Dann werden wir auch die Bedeutung der anderen Reiter herausfinden.

      Die Deutungen überprüfen

      Im vorigen Artikel wurde eine Deutung angeführt, die besagt, das weiße Pferd und sein Reiter stellten entweder den Sieg des Evangeliums oder den Sieg des Imperialismus dar. Doch die Welt hat sich nicht zum Evangelium (zur guten Botschaft) über Christus und die mit ihm verbundenen Vorsätze Gottes bekehren lassen. Und der Imperialismus ist auch nicht im Triumph einhergeritten, sondern ist in unserem Jahrhundert zusammengebrochen.

      Was ist zu der Deutung zu sagen, das weiße Pferd stelle den Triumph des Evangeliums und die Reinheit des Glaubens im ersten Jahrhundert dar? Sie läßt außer acht, daß es sich um eine Vision von Dingen handelte, die in der Zukunft geschehen sollten. Und da Johannes die Offenbarung im Jahre 96 unserer Zeitrechnung niederschrieb, als er sich als Gefangener im Exil auf der Insel Patmos befand, konnte unmöglich irgend etwas dargestellt werden, was das erste Jahrhundert betraf.

      Eine andere Erklärung besagte, das weiße Pferd stelle nicht die Person, sondern die Sache Christi dar sowie die Tatsache, daß sich sein Königreich ‘in unserer Mitte’, das heißt in unserem Herzen, befände. Aber die Sache Jesu Christi und das Christentum nahmen keineswegs erst nach der Niederschrift der Offenbarung ihren Anfang. Diese Sache war unter den Christen des ersten Jahrhunderts schon wohlbekannt, bevor Johannes die Offenbarung schrieb.

      Als Jesus sagte: „Das Königreich ist in eurer Mitte“, sprach er außerdem zu den heuchlerischen Pharisäern und beantwortete damit eine Frage, die sie aufgeworfen hatten. Jesus sprach hier nicht zu seinen treuen Nachfolgern. Er sagte auch nichts davon, daß das Königreich in dem Sinne ‘in ihrer Mitte’ sei, daß es sich in ihrem Herzen befände. Statt dessen erklärte er den ungläubigen Pharisäern, daß er, Jesus, sich als Repräsentant des zukünftigen Königreiches Gottes bei dieser Gelegenheit unter ihnen befand (Lukas 17:21; siehe auch Jerusalemer Bibel und Lutherbibel erklärt).

      Was ist zu der Überlegung zu sagen, der Reiter auf dem weißen Pferd sei der Antichrist? Die Bibel spricht nirgendwo davon, daß dem Antichristen ein so großer Einbruch gelingen werde, daß von ihm gesagt werden könne: „Er zog aus, siegend und um seinen Sieg zu vollenden“, wie das von dem Reiter auf dem weißen Pferd gesagt wird (Offenbarung 6:2). Wer es auch sei — fest steht, daß er ausziehen und den völligen Sieg davontragen wird. Sein Siegeszug läßt sich nicht aufhalten. Alle seine Feinde werden vernichtet werden.

      Anhaltspunkte in der Bibel helfen bei der Deutung

      Um wen es sich bei dem Reiter auf dem weißen Pferd handelt, macht der „Offenbarer von Geheimnissen“ noch in derselben Reihe von Visionen auf unmißverständliche Weise deutlich. In Offenbarung 19:11-16 ist wiederum ein weißes Pferd zu sehen, und diesmal ist eindeutig zu erkennen, wer der Reiter ist.

      Der Umstand, daß in den prophetischen Visionen zweimal ein weißes Pferd zu sehen ist, zeigt, daß es sich um dasselbe Pferd handelt und daß verschiedene Aufgaben oder Tätigkeiten des Reiters dargestellt werden. In der letztgenannten Vision werden einige Titel des Reiters genannt. Sie lauten: „Treu und Wahrhaftig“, „Das Wort Gottes“ und „König der Könige und Herr der Herren“.

      Diese Bezeichnungen lassen keinen Zweifel in bezug auf die Identität des Reiters auf dem weißen Pferd zu. Es ist niemand anders als der Herr Jesus Christus. (Vergleiche Offenbarung 17:14.) Aber zu welcher Zeit seines Lebens? Auf alle Fälle irgendwann nach dem Ende des ersten Jahrhunderts, nach der Zeit, wo die Offenbarung übermittelt wurde. Beachte auch, daß er jetzt eine Königskrone erhält. Jesus Christus sollte also in der Zukunft eine besondere Rolle als König oder Herrscher übernehmen. Und in dieser Stellung wird er auch als ein Krieger dargestellt, der mit einem Bogen bewaffnet ist und auszieht, „siegend und um seinen Sieg zu vollenden“.

      Folgende Tatsache beweist ebenfalls, daß sich die apokalyptische Vision in der Zukunft erfüllen mußte: Als Johannes sie sah, waren bereits mehr als 60 Jahre vergangen, nachdem Jesus sein irdisches Leben niedergelegt hatte, von den Toten auferstanden und in den Himmel aufgefahren war. Als Jesus in den Himmel zurückkehrte, wurde ihm gesagt, er solle zur Rechten Gottes bis zu der Zeit warten, da seine Feinde zu einem „Schemel für seine Füße“ gemacht würden (Hebräer 10:12, 13).

      Der Ritt beginnt

      Somit sollte der Ritt auf dem weißen Pferd irgendwann in der Zukunft beginnen, nämlich dann, wenn Jesus Christus als der himmlische König des Königreiches Gottes inthronisiert würde. Zu jener Zeit würde Gott ihn mit dem Befehl aussenden: „Schreite zur Unterwerfung inmitten deiner Feinde“ (Psalm 110:2). Doch wann sollte das geschehen?

      Die Krönung Jesu Christi zum himmlischen König wird in Psalm 45:3-7 beschrieben. Der Apostel Paulus zitiert in Hebräer 1:8, 9 aus diesem Psalm und wendet die Verse 6 und 7 auf Jesus Christus, den Sohn Gottes, an. Jehovas Zeugen haben ausführliche Einzelheiten und die biblischen Beweise veröffentlicht, die zeigen, daß die Krönung Jesu Christi im Himmel am Ende der Heidenzeiten, der „bestimmten Zeiten der Nationen“, stattfand, das heißt im Jahre 1914 (Lukas 21:24).a

      Somit kann keine Deutung zutreffend sein, die den Ritt des Reiters in die Zeit vor dem Jahr 1914 datiert. Da der Reiter auf dem weißen Pferd der erste war, müssen die anderen Pferde und Reiter Ereignisse darstellen, die gleichzeitig mit seinem Ritt oder kurz nach dessen Beginn stattfinden. Diese vier Reiter müssen daher vom Beginn der „Zeit des Endes“ (im Jahre 1914) an unterwegs sein. Seit damals ist deutlich zu erkennen, daß wir in den „letzten Tagen“ leben (Daniel 12:4; 2. Timotheus 3:1-5, 13).

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